Italien: Lkw-Fahrer ignorieren Streik-Verbot - DER SPIEGEL
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Italien Lkw-Fahrer ignorieren Streik-Verbot

Benzinmangel, lange Staus, Tumulte auf den Straßen: Trotz eines Verbots setzen die Lastwagenfahrer in Italien ihren Streik fort. Bis zum Freitag wollen sie das öffentliche Leben weitgehend lahm legen – auch wenn sie damit die Wut der Bevölkerung auf sich ziehen.
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Rom – Keine Region kann sich den Auswirkungen entziehen. Von Ventimiglia an der Grenze zu Frankreich bis nach Sizilien führten Blockademaßnahmen auch am dritten Streiktag in ganz Italien zu langen Autoschlangen und Staus, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Als Folge des Ausstands können wichtige Güter nicht mehr ausgeliefert werden, in vier von fünf Tankstellen gibt es bereits kein Benzin mehr. Der Autohersteller Fiat musste tausende Arbeiter nach Hause schicken, weil den Fabriken die Bauteile ausgingen. In den Supermärkten werden frisches Fleisch, Milch, Obst und Gemüse knapp.

Verbraucherverbände warnten bereits, dass die Regale bald leer sein könnten. Der Bauernverband drohte mit einer Klage auf Entschädigung für die Tonnen von Lebensmitteln, die in den Lagerhäusern verrotteten.

"Italien - Gefangene der Lastwagenfahrer", schrieb die römische Tageszeitung "La Repubblica" heute zur Ankündigung der Gewerkschaften, die Straßenblockaden trotz der Verordnung nicht abbrechen zu wollen. Nach Berichten italienischer Zeitungen kam es in Neapel und auf Sizilien zu Verhaftungen von Lastwagenfahrern, die arbeitswillige Kollegen davon abhalten wollten, sich ans Steuer zu setzen. Nach der Verordnung droht jedem Streikenden ein Bußgeld von 500 Euro pro Tag.

Die Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi hatte gestern Abend eine Verordnung erlassen, wonach die Streikenden bis Mitternacht ihre Blockaden beenden sollten. Lastwagenfahrer, die weiterhin die Straßen blockieren, müssen seitdem mit einer Anzeige rechnen. Die Gewerkschaften hatten zu einem Streik bis Freitag aufgerufen. Sie fordern Hilfen wegen der stark steigenden Benzinpreise und kürzere Arbeitszeiten.

mik/AP/dpa