Italien: Versicherungen droht Millionenstrafe - DER SPIEGEL
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Italien Versicherungen droht Millionenstrafe

Die meisten italienischen Autoversicherer sollen Versicherungsdaten ausgetauscht haben, um ihre Prämien auf hohem Niveau zu halten. Auch deutsche Konzerne waren angeblich beteiligt.
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Mailand - Wegen verbotener Absprachen hat die italienische Kartellbehörde gegen 38 Versicherungen Strafen von insgesamt 700 Milliarden Lire verhängt. Das entspricht rund 700 Millionen Mark. Über eine Beratungsgesellschaft hätten die Unternehmen Daten über ihre Autoversicherungen ausgetauscht, berichtete die Kartellbehörde nach Angaben der Zeitung "La Repubblica". Dies habe es den Versicherungen ermöglicht, ihre Prämien einheitlich hoch zu halten. Insgesamt seien 80 Prozent des italienischen Autoversicherungsmarktes betroffen.

Die höchsten Strafen hätten die Wettbewerbshüter gegen die italienische Allianz-Tochter RAS mit 94 Milliarden und die Assicurazioni Generali mit 59 Milliarden Lire verhängt. Beide hätten nach Beginn der Behörden-Untersuchungen versucht, ihre Beteiligung am Informationsaustausch zu verschleiern.

Auch ausländische Gesellschaften wie Axa, Winterthur, Zurigo, Helvetia, Royal Sunalliance und die Bayerische Versicherung hätten am Informationsaustausch teilgenommen. Den Verdacht der Kartellbehörde hatte unter anderem das "absolut einheitliche Verhalten der Gesellschaften" bei der Gestaltung der Versicherungsverträge ausgelöst.

Der Branchenverband Ania erklärte dagegen: "Es gibt in Italien keinerlei Versicherungskartell." Der Austausch von Informationen "über einige Versicherungsdaten" habe nichts Anrüchiges. Mehrere Gesellschaften kündigten den Gang vor Gericht an.

Zufrieden zeigten sich Verbraucherverbände, die seit Jahren gegen die Versicherungen zu Felde ziehen. Jetzt müssten auch die italienischen Autofahrer entschädigt werden, die die höchsten Prämien in Europa zahlten.