Ivan Boesky, 87 - DER SPIEGEL
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Gestorben Ivan Boesky, 87

• aus DER SPIEGEL 22/2024
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Andrea Renault / mauritius images

Dass er es zur filmreifen Wall-Street-Legende bringen würde, war ihm nicht in die Wiege gelegt. 1937 in der Autostadt Detroit als Sohn russisch-jüdischer Restaurantbesitzer geboren, arbeitete Ivan Boesky zunächst am Gericht und als Wirtschaftsprüfer, ehe er 1966 nach New York umzog, um als Aktienhändler reich zu werden – und zu einer der schillerndsten Figuren der Börsengeschichte aufzusteigen. Sein Trick: Er kaufte Aktien von Firmen, die vor der Übernahme standen. Stiegen sie erwartungsgemäß, verkaufte er. Aus seinem Reichtum von zeitweise bis zu 280 Millionen Dollar machte »Ivan der Schreckliche«, wie er an der Wall Street hieß, keinen Hehl. Sein Mantra »Gier ist gesund. Man kann gierig sein und sich trotzdem gut fühlen«, vorgetragen vor Wirtschaftsstudenten der University of California, schaffte es leicht verfremdet als Zitat in den Hollywoodklassiker »Wall Street«. Der von Michael Douglas verkörperte, skrupellose Trader Gordon Gekko war eng an Boesky angelehnt. Sein Absturz folgte, als herauskam, dass er sich von Investmentbankern mit Tipps über anstehende Übernahmen füttern ließ, bevor sie an die Öffentlichkeit gelangten – illegales Insider-Trading. Boesky musste für fast zwei Jahre ins Gefängnis, 100 Millionen Dollar Strafe zahlen und sich lebenslang vom Aktienhandel fernhalten. Nach der Haft zog er sich zurück, nahm angeblich ein Rabbinerstudium auf und engagierte sich für Obdachlose. Ivan Frederick Boesky starb am 20. Mai in seinem Haus in San Diego.

baz
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