IW-Prognose 2007 Delle im Aufwärtstrend
Berlin/Brüssel - In seiner neuen Prognose geht das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für 2007 von einem Plus von nur 1,5 Prozent aus. Ursache sei die "staatliche Finanzpolitik", erklärte das Institut mit Blick auf die geplante Anhebung der Mehrwertsteuer. Allerdings handle es sich lediglich "um eine Delle im Aufwärtstrend", fügte das IW hinzu.
Ansonsten seien die stützenden Kräfte durch die Auslandsnachfrage und die in Schwung gekommenen Investitionen stark genug, um den Aufschwung weiter zu tragen. Für das laufende Jahr erwartet das Kölner Institut ein Wachstum von 2,4 Prozent. Dies entspricht in etwa der jüngsten Vorhersage von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Dieser geht von einem Zuwachs des Bruttoinlandprodukts (BIP) im laufenden Jahr zwischen zwei und 2,5 Prozent aus.
Sehr viel rosiger als das IW zeichnet der EU-Chefökonom Klaus Gretschmann die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands. Der Generaldirektor für Binnenmarkt, Industriepolitik und Energie in der Brüsseler Vertretung der 25 EU-Mitgliedstaaten erklärte der "Welt": "Das Wachstum wird deutlich über den Erwartungen liegen. Wir gehen für die EU und für Deutschland von 2,6 Prozent Wirtschaftswachstum in diesem Jahr aus. Im kommenden Jahr dürfte das Wachstum in der EU bei 2,4 und in Deutschland aus heutiger Sicht bei rund 2,2 Prozent liegen."
Nach Ansicht von Gretschmann wird die für Anfang 2007 geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer die Konjunktur in Deutschland nicht abbremsen: "Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wird die Masse der Einkommensbezieher mit einem hohen Anteil an Alltagsausgaben nur wenig treffen", sagte der Ökonom.
ase/AFP/dpa