IWF: Arme Länder sollen stärker entschuldet werden - DER SPIEGEL
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IWF Arme Länder sollen stärker entschuldet werden

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank haben sich für eine stärkere Unterstützung armer Länder ausgesprochen. Für konkrete organisatorische Reformen war die Uneinigkeit jedoch noch zu groß.
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Washington - Armen Ländern soll dadurch geholfen werden, dass sie ohne Zollschranken oder Importquoten mehr Güter in die Industrienationen exportieren können. Die USA sind angesichts des eigenen Handelsbilanzdefizits jedoch gegen eine derartige Maßnahme.

Ohne große Störungen, aber auch ohne greifbare Ergebnisse sind am Sonntag in Washington die Beratungen über die Reform des IWF zu Ende gegangen. Der britische Finanzminister Gordon Brown sagte, die Tagung der IWF-Gremien sei trotz der Proteste planmäßig verlaufen.

Konkrete Ergebnisse brachten die Beratungen nicht. Der amtierende IWF-Chef Stanley Fischer sagte, es seien noch weitere Anstrengungen nötig, um konkrete Entscheidungen zur Reformierung der internationalen Finanzarchitektur zu erreichen.

Bundesfinanzminister Hans Eichel sagte dazu vor seiner Abreise nach Deutschland, es gebe nach wie vor Meinungsverschiedenheiten zwischen den IWF-Mitgliedern über mehrere der geplanten Reformmaßnahmen. Europäer und Amerikaner etwa seien weiter uneins in der Frage einer stärkeren Einbindung des Privatsektors in die Krisenbewältigung. Während sich die Europäer dafür aussprechen, die Einbindung zur Regel zu machen, plädieren die Amerikaner für eine Entscheidung von Fall zu Fall. Damit steht die US-Regierung weiter im Verdacht, den IWF fallweise für ihre außenpolitischen Ziele einsetzen zu wollen.

Etwa 10.000 Demonstranten hatten versucht, die Tagung mit Menschenketten und Sitzblockaden zu verhindern. Dennoch gelangten die meisten Delegierten rechtzeitig an den Tagungsort. Nur die Finanzminister von Frankreich, Brasilien und Thailand wurden für mehrere Stunden an der Teilnahme gehindert.

Brown sagte nach der Sitzung, die Botschaft an die Demonstranten sei, dass es nur Erfolg bei der Bekämpfung der Armut geben könne, wenn die internationale ökonomische Zusammenarbeit fortgesetzt werde. Die Demonstranten hatten dagegen die Abschaffung von IWF und Weltbank gefordert.