IWF-Chefposten: Zieht Berlin Koch-Weser zurück? - DER SPIEGEL
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IWF-Chefposten Zieht Berlin Koch-Weser zurück?

Gerhard Schröder droht eine saftige diplomatische Niederlage. Der Bundeskanzler hatte sich persönlich für den Finanz-Staatssekretär und europäischen Kandidaten für den IWF-Chefposten, Caio Koch-Weser, eingesetzt. Wegen des Widerstands der USA gegen die Nominierung will die Bundesregierung nun ihren Kandidaten zurückzuziehen.
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Washington/London - Die europäischen Regierungen hätten bereits in dieser Woche mit der Suche nach einem Alternativ-Kandidaten begonnen, schreibt die in London erscheinende "Financial Times" in seiner Donnerstagausgabe. Der Gesichtsverlust für Bundeskanzler Gerhard Schröder solle dabei möglichst gering gehalten werden.

Französische Regierungsbeamte hätten bereits mehrere Namen italienischer und britischer Kandidaten genannt. Frankreich wolle aus Rücksicht auf Berlin erst noch abwarten, bevor Paris Namen nenne, heißt es in dem Bericht weiter.

Die Bundesregierung will die Kandidatur des Staatssekretärs im Finanzministeriums, Koch-Weser, für den Chefposten des Internationalen Währungsfonds nicht zurücknehmen. Das sei überhaupt nicht möglich, sagte der außenpolitische Berater des Bundeskanzlers Michael Steiner im ARD-Morgenmagazin. Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Koch-Weser ist von der Europäischen Union offiziell als neuer Generaldirektor des IWF nominiert worden. Eine Mehrheit für Koch-Weser gilt aber als wenig wahrscheinlich, weil sich die USA und zahlreiche Entwicklungsländer gegen ihn ausgesprochen haben. Afrikanische Staaten schlugen den stellvertretenden IWF-Chef Stanley Fischer aus den USA vor. Japan nominierte den früheren Vize-Finanzminister Eisuke Sakakibara.

Der Vorstand des Internationalen Währungsfonds will eine Kampfabstimmung über den neuen Generaldirektor vermeiden. Die 24 Exekutivdirektoren strebten eine einvernehmliche Entscheidung an, teilte der IWF am Mittwoch (Ortszeit) in Washington mit.

Die Exekutivdirektoren wollen in einem informellen Meinungsbild feststellen, ob es für einen der drei Kandidaten eine Mehrheit der Anteilseigner gibt. Dies gilt als unwahrscheinlich. Weitere Abstimmungen seien möglich, aber noch nicht terminiert.