IWF-Konjunkturbericht: Euro-Zone auf der Überholspur - DER SPIEGEL
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IWF-Konjunkturbericht Euro-Zone auf der Überholspur

Die Euro-Zone befindet sich in einer Phase beispiellosen Konjunkturaufschwungs, so eine Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF). Schon im nächsten Jahr könnten die USA überholt werden.
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Brüssel - "Es gibt kaum Erinnerungen an Zeiten, in denen die grundlegenden Voraussetzungen so gut waren", hieß es in einer Studie, die der IWF den EU-Finanzministern vorlegte. Die Euro-Zone steuere auf ein langes und starkes Wachstum zu. Nach Einschätzung von Bundesbankpräsident Ernst Welteke könnte Europa die USA schon im kommenden Jahr überflügeln.

Trotz des hohen Ölpreises sei ein Konjunktureinbruch nicht zu befürchten, sagte Welteke in Stuttgart. Die Perspektiven für die Preisentwicklung seien günstig. Auch die deutsche Wirtschaft habe nach der unterdurchschnittlichen Entwicklung im vergangenen Jahr aufgeholt. Der Aufholprozess werde von - immer wieder geforderten - Strukturreformen begleitet. Der Reformwille habe eine Signalwirkung, die nicht unterschätzt werden dürfe.

Als positive Faktoren listete der IWF die nahezu ausgeglichenen Haushalte der Mitgliedstaaten der Währungsunion, die geringe Inflationsrate, den auflebenden Wettbewerb infolge von Privatisierungen und den langsamen, aber stetigen Abbau der Arbeitslosigkeit auf. Gleichzeitig mahnte der IWF angesichts sich verschlechternder internationaler Rahmenbedingungen zur Vorsicht.

Der IWF resümierte, das Vertrauen in die Euro-Zone sei hoch, und die derzeitige Wachstumsrate von rund 3,5 Prozent werde auch im kommenden Jahr erreicht werden. Angesichts der hohen Ölpreise und des schwachen Euros lobte er vor allem das erfolgreiche Bemühen der Europäischen Zentralbank (EZB) um Preisstabilität. Auch die Arbeitslosigkeit sinke bereits stärker als in jeglicher Erholungsphase seit den sechziger Jahren.