IWF-Prognose Estlands Wirtschaft schrumpft um 13 Prozent
Washington - Nach der Überwindung der Russlandkrise entwickelte sich Estland zum Boomland der EU. Seinen Höhepunkt erreichte das Wirtschaftswachstum in dem 1,3-Millionen-Einwohner-Staat 2006: Mit 10,8 Prozent BIP-Plus war Estland seinerzeit sogar Spitzenreiter der Europäischen Union.
Auch 2009 wird Estlands Konjunktur laut IWF-Schätzung wieder Schlagzeilen machen- dieses Mal allerdings mit einem Negativ-Rekord: Um bis zu 13 Prozent soll Estlands Wirtschaft schrumpfen, erklärte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Montag. Eine Konjunktur-Erholung werde frühestens Ende kommenden Jahres einsetzen.
Die größte Herausforderung für das EU-Land sei dabei, angesichts von drastischen Steuerausfällen das Haushaltsdefizit unter Kontrolle zu bringen. Die Ausgabensteigerungen sowie Renten- und Gehaltserhöhung der vergangenen Jahren hätten sich als unzumutbar entpuppt.
Der IWF forderte die Regierung auf, die Neuverschuldung wie geplant unter drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu halten. Dies werde dem Land dabei helfen, sich für den Beitritt zur Euro-Zone zu qualifizieren. In den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen ist ein stürmischer Aufschwung, der vor allem vom Konsum beflügelt wurde, wegen der Finanzkrise jäh zum Erliegen gekommen.