ARBEITSMARKT Jagoda schönt Statistik
Mit Druck auf ältere Joblose versucht die Bundesanstalt für Arbeit, im Wahljahr 2002 die Arbeitslosenstatistik zu schönen - mit Hilfe einer Regelung von Ex-Sozialminister Norbert Blüm. Danach werden Jobsuchende, die älter als 58 sind, nicht mehr als arbeitslos gezählt, wenn sie schriftlich bestätigen, dass sie nicht mehr vermittelt werden wollen. Verstärkt mühen sich nun die Arbeitsämter, ihre älteren Stempelgänger mit Briefen und Broschüren von den Vorteilen der Regelung zu überzeugen. Wer mitmacht, heißt es da, könne länger Urlaub machen und müsse keine Sperrzeiten mehr fürchten. In den vergangenen Monaten hat sich die Zahl der Arbeitslosen, die eine entsprechende Erklärung unterschrieben haben, bereits um 40 000 erhöht. Nun will Behördenchef Bernhard Jagoda die Zahl weiter steigern. So müssen Arbeitsamtschefs, die noch immer zu viele Ältere in ihrer Statistik führen, bereits seit Monaten Mahnbriefe aus der Zentrale beantworten: Die Direktoren sollen erklären, mit welchen Maßnahmen sie ihre Bilanz verbessern wollen. Hat die Aktion Erfolg, könnten im nächsten Jahr bis zu einer Viertel Million Arbeitslose aus der Statistik fallen.