Jahresbilanz: Postbank trotzt Kreditkrise - DER SPIEGEL
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Jahresbilanz Postbank trotzt Kreditkrise

Rekordüberschuss trotz Finanzkrise: Die Postbank hat erstmals einen Gewinn von knapp mehr als einer Milliarde Euro vor Steuern erzielt.
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Bonn - Die US-Hypothekenkrise berührte die Postbank   vergleichsweise wenig: Die dadurch verursachte Wertminderung belaufe sich auf 112 Millionen Euro, berichtete das Geldinstitut. Wie die Post-Tochter in Bonn weiter mitteilte, stieg das Vorsteuerergebnis im Jahr 2007 gegenüber 2006 um 6,7 Prozent auf 1,004 Milliarden Euro. Der Reingewinn erhöhte sich dank eines Einmaleffekts aufgrund der Steuerreform um 25,2 Prozent auf 870 Millionen Euro.

Die Eigenkapitalrendite stieg von 18,9 Prozent Ende 2006 auf nunmehr 19,3 Prozent. Die Gesamterträge verbesserten sich den Angaben zufolge um 3,3 Prozent auf 4,25 Milliarden Euro - inklusive des Veräußerungsgewinns aus den Versicherungsbeteiligungen an Talanx und trotz belastender Einmaleffekte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Bilanzsumme stieg von 184,89 Milliarden Euro am Jahresende 2006 auf 202,99 Milliarden Euro am 31. Dezember 2007.

Für 2008 rechnet die Bank mit einem schwierigen Marktumfeld - der Wettbewerb im Privatkundenmarkt sei scharf, die Zinsstruktur werde weiter flach bleiben. Die Erträge werden deshalb nach Schätzungen der Post-Tochter verglichen mit 2007 nur moderat auf 1,22 Milliarden Euro vor Steuern steigen.

Bis 2010 will die Postbank ihr Ergebnis vor Steuern auf 1,4 Milliarden Euro bis 1,45 Milliarden Euro steigern und ihr Ergebnis nach Steuern auf 980 Millionen Euro bis 1,015 Milliarden Euro erhöhen. Postbankchef Wolfgang Klein wollte das Jahresergebnis am Vormittag bei einer Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main erläutern.

Die guten Ergebnisse machen die Postbank für potentielle Partner oder Käufer noch attraktiver. In den vergangenen Wochen hatte es Gerüchte gegeben, die Post wolle das Geldinstitut mit einem Konkurrenten verschmelzen. Erste Gespräche etwa mit der Deutschen Bank  , der ING   und der Allianz   seien bereits aufgenommen worden. Ende vergangenen Jahres hatte Postchef Klaus Zumwinkel auch einen Verkauf des Instituts mit seinen fast 15 Millionen Kunden in Aussicht gestellt.

Die Commerzbank   hat seitdem bereits mehrfach Interesse signalisiert - und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sagte kürzlich bei der Präsentation seiner Jahresbilanz: "Wir sind natürlich gesprächsbereit."

Der Skandal um mutmaßliche Steuerhinterziehungen um Postchef Klaus Zumwinkel wird Experten zufolge an den strategischen Planungen für die Postbank nichts ändern. Die Zukunft des Geldinstituts sei "eine strategische Frage und nicht eine einzelner Persönlichkeiten", sagt Merck, Finck & Co-Analyst Konrad Becker. Auch die Haltung potentieller Partner werde sich wegen der Ermittlungen gegen den Manager kaum ändern.

ase/dpa-AFX/Reuters

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