Jahreshoch: US-Ölpreis steigt über 60 Dollar - DER SPIEGEL
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Jahreshoch US-Ölpreis steigt über 60 Dollar

Hoffnungen auf ein Ende der Wirtschaftskrise lassen den Ölpreis steigen: Erstmals seit einem halben Jahr hat die US-Referenzsorte West Texas Intermediate wieder die 60-Dollar-Marke durchbrochen.
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New York/London - Export, Industrie, Börse: Die Zeichen für ein Ende des Absturzes mehren sich, die Bodenbildung der Krisenkurve scheint erreicht. Zwar fürchten Ökonomen jetzt eine lange L-Rezession - ein Dümpeln der Wirtschaft auf niedrigem Niveau. Dem Ölpreis geben die Hoffnungen auf ein Krisenende dennoch kräftig Auftrieb.

Der US-Ölpreis ist am Dienstag zeitweise über 60 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) gestiegen und hat damit ein neues Jahreshoch erreicht. Zwischenzeitlich kletterte die Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) auf 60,08 US-Dollar. Zuletzt hatte der US-Ölpreis im November 2008 über der Marke von 60 Dollar notiert.

Im Nachmittagshandel gaben die Ölpreise jedoch angesichts von Kursverlusten an den Aktienmärkten ihre Gewinne größtenteils wieder ab. Ein WTI-Barrel kostete am Abend noch 58,72 Dollar. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni stieg um 23 Cent auf 57,71 Dollar.

Seit Mitte Februar sind die Ölpreise um knapp 70 Prozent gestiegen. Experten warnen schon wieder vor einer Übertreibung an den Ölmärkten. "In den kommenden Tagen ist mit einer Korrektur bei den Ölpreisen zu rechnen", sagte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank.

Auslöser für einen Preisrutsch könnten die neusten Daten zu den Ölreserven in den USA sein, die am Mittwoch veröffentlicht werden. In der größten Volkswirtschaft der Welt "haben die Lagerbestände bereits den höchsten Stand seit 19 Jahren erreicht", warnen auch die Fachleute der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Die Daten würden einfach gegen einen weiteren Höhenflug der Ölpreise in den kommenden Tagen sprechen.

So hat auch die US-Energiebehörde ihre Prognose für die Ölnachfrage im laufenden Jahr gesenkt. Die weltweite Ölnachfrage wird demnach im Jahr 2009 so niedrig sein wie seit dem Jahr 2004 nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahr werde ein Rückgang um 1,8 Millionen Barrel pro Tag auf 83,67 Millionen Barrel pro Tag erwartet, schreibt die Energy Information Administration (EIA) in ihrem am Dienstag veröffentlichten monatlichen Bericht. Damit revidierte die EIA ihre bisherige Prognose um 420.000 Barrel pro Tag nach unten. In den vergangenen 16 Monaten hatte die EIA 13 Mal ihre Prognose für 2009 reduziert.

ssu/dpa-AFX

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