Jahreszahlen DaimlerChrysler plant 50 neue Modelle
Sindelfingen - Neue Automodelle, mehr Gewinn - das ist die Rechnung, die DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche heute bei der Vorstellung der Geschäftszahlen in Sindelfingen aufmachte. In den kommenden zwei Jahren seien konzernweit insgesamt mehr als 50 neue Fahrzeugmodelle - einschließlich Nutzfahrzeuge - geplant, kündigte der Konzernchef an. Ein Sprecher schränkte auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE ein, dass auch modifizierte Modelle - so genannte Facelifts - eingerechnet seien.
Damit und mit einem Programm zur Effizienzsteigerung will Zetsche die Ertragswende bei der Mercedes-Pkw-Gruppe vorantreiben. Zudem sollen die Autosparten Mercedes-Benz und Chrysler enger kooperieren, um Doppelarbeit zu vermeiden.
Das Plus von DaimlerChrysler war zuletzt um elf Prozent zurückgegangen. 2005 hat der Konzern einen operativen Gewinn von 5,2 Milliarden Euro erzielt - rund 600 Millionen weniger als im Vorjahr, teilte der Stuttgarter Autobauer heute mit. Vor allem der Smart und der Personalabbau drückten auf die Bilanz - mit jeweils einer Milliarde Euro.
Das Konzernergebnis stieg nach Abzug von Steuern von 2,4 Milliarden auf 2,8 Milliarden Euro. Die Dividende soll unverändert 1,50 Euro je Aktie betragen. Der Umsatz des größten deutschen Konzerns wuchs um fünf Prozent auf 149 Milliarden Euro.
Gäbe es den Smart nicht, hätte DaimlerChrysler seine Prognosen erfüllt, betonte der schwäbische Weltkonzern. Die Mercedes Car Group schrieb - erstmals seit ihrer Gründung - vor allem wegen der milliardenteuren Sanierung der angeschlagenen Kleinwagenmarke rote Zahlen. Das einstige Sorgenkind, die US-Sparte Chrysler, verbuchte dagegen einen operativen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro nach 1,4 Milliarden im Vorjahr. Die rund 59.000 Chrysler-Mitarbeiter sollen nun eine Einmalzahlung von 650 Dollar als Bonus erhalten. Dagegen kürzt das Unternehmen den Jahresbonus in Deutschland von 1100 auf 1000 Euro.
Smart-Sanierung belastet mit 1,1 Milliarden Euro
Den Rekordgewinn von zwei Milliarden Euro fuhr die Nutzfahrzeugsparte ein - ein sattes Plus von 700 Millionen Euro. Das Geschäft mit den Finanzdienstleistungen erwies sich mit 1,4 Milliarden Euro operativem Gewinn (Vorjahr: 1,2 Milliarden) erneut als sehr profitabel.
Der Verlust bei Smart betrug 505 Millionen Euro nach 1,6 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2004. Insgesamt kostete die Smart-Sanierung den Autokonzern rund 1,1 Milliarden Euro. Für 2006 geht der Autokonzern von einer Verbesserung der Ertragslage aus.
Die Kosten für den laufenden Stellenabbau bei Mercedes-Benz von fast einer Milliarde Euro will DaimlerChrysler auf mehrere Quartale verteilen. Für die im September angekündigte Personalreduzierung von 8500 Stellen bis zum kommenden Herbst seien zunächst nur 570 Millionen Euro aufgewendet worden, teilte der Konzern mit. Bis Ende Dezember haben rund 5000 Beschäftigte die angebotene Abfindung von bis zu 275.000 Euro akzeptiert und das Unternehmen freiwillig verlassen. Betriebsbedingte Entlassungen schließt DaimlerChrysler bis Ende 2011 aus.
kaz/rtr/dpa/Dow Jones