Jahreszahlen HeidelbergCement steigert Gewinn
Heidelberg - HeidelbergCement hat im abgelaufenen Geschäftsjahr dank der Hanson-Übernahme seinen operativen Gewinn und Umsatz gesteigert. Die Erlöse seien auf rund 14,2 Milliarden Euro geklettert, teilte Deutschlands größter Baustoffhersteller mit. Im Vorjahr hatte der Umsatz 10,9 Milliarden betragen.
Das operative Ergebnis, das im Vorjahr 1,8 Milliarden Euro betragen hatte, soll sich wie angekündigt auf mehr als zwei Milliarden Euro belaufen. Damit erfüllt HeidelbergCement seine eigenen Prognosen. Die Integration von Hanson sei abgeschlossen, hieß es weiter.
Schlechter fällt dagegen die Prognose für 2009 aus: Für das laufende Geschäftsjahr geht HeidelbergCement wegen des weltweiten Konjunkturabschwungs von einem Umsatzrückgang und "einer Beeinträchtigung" des operativen Ergebnisses aus.
Trotz eines im Herbst eingeleiteten Sparprogramms werde HeidelbergCement im laufenden Jahr einen Umsatzrückgang und ein niedrigeres Ergebnis verzeichnen, stellte das Unternehmen am Montag in Aussicht. Mit Impulsen aus Konjunkturprogrammen rechnet der Konzern erst ab der zweiten Jahreshälfte.
Der Baustoffhersteller hat Schulden von 12,3 Milliarden Euro. Zum Abbau dieser Last hat der Baustoffkonzern HeidelbergCement nach eigenen Angaben mit dem Verkauf von ersten Unternehmensteilen begonnen. In Deutschland sei der Verkauf der Kalk-Aktivitäten eingeleitet worden, teilte der Konzern am Montag mit.
Zum Verkauf stünden alle Geschäftseinheiten außerhalb der Kernaktivitäten Zement, Sand, Kies und Beton, bekräftigte HeidelbergCement. Für den Verkauf nicht-strategischer Geschäfte hat das Unternehmen zwei bis drei Jahre eingeplant. Bereits bis Mitte dieses Jahres solle die Finanzierungsstruktur neugeordnet werden, wiederholte der Vorstand frühere Angaben.
HeidelbergCement macht aber nicht nur die eigene Schuldenlast zu schaffen. Der Konzern gehört zum Firmenimperium der kürzlich verstorbenen Unternehmers Adolf Merckle - und ist indirekt auch von den Finanzproblemen von dessen Großaktionärsfamilie betroffen. Die Merckle-Gruppe verhandelt seit Wochen mit den Banken über eine Refinanzierung. Die größten Beteiligungen - wie der Generikahersteller Ratiopharm, der Pharmahändler Phoenix und HeidelbergCement - könnten in den kommenden Monaten ganz oder teilweise verkauft werden.
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Fassung dieser Meldung hieß es, dass HeidelbergCement seinen Gewinn auf 14,2 Milliarden Euro gesteigert hat. Richtig ist, dass der Umsatz auf diese Summe gesteigert wurde. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.