Japan Reformen rücken in weite Ferne
Tokio - Der Korruptions-Skandal trifft die Regierung des ohnehin unpopulären Partei- und Regierungschefs Mori ein halbes Jahr vor den Oberhauswahlen. Der nun zurückgetretene Fukushiro Nukaga ist bereits der dritte Minister, der seit Moris Amtsantritt vor zehn Monaten seinen Hut nehmen musste. Mori hatte Nukaga erst am 5. Dezember in sein neues Kabinett geholt.
Den frisch gebackenen Wirtschaftsminister erwarten große Herausforderungen. Die japanische Wirtschaft steht vor umfangreichen Reformen, die sie endlich aus der jahrelangen Lethargie führen sollen. Anders als sein Vorgänger, Nukaga, der dem Reformerflügel zugerechnet wird, gilt Aso eher als konservativ.
Asos Ernennung gilt auch eher als politischer Kompromiss. Die Frage nach seiner Qualifikation stand außen vor. Zuvor waren zwei andere mögliche Kandidaten den parteiinternen Flügelkämpfen zum Opfer gefallen. Aso - ein Kandidat dritter Wahl also.
Politikexperten und selbst Parteifreunde befürchten nicht zuletzt deshalb, dass der Enkel des ehemaligen Premierministers Shigeru Yoshida dem Umbau der Wirtschaft im Wege stehen könnte. "Er ist definitiv kein Reformer", erklärte ein Mitglied der regierenden Liberal-Demokratischen Partei. "Ich würde nicht damit rechnen, dass von ihm nennenswerte Impulse ausgehen."