Japan: Regierung verschiebt Konjunktur-Notpaket - DER SPIEGEL
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Japan Regierung verschiebt Konjunktur-Notpaket

Wegen Differenzen über Steuerreformen und einen Fonds zur Stützung der Börse hat die japanische Regierung die Entscheidung, mit welchen Maßnahmen sie die leidende Wirtschaft stützen will, auf Freitag verschoben. Die Börse in Tokio schließt jedoch behauptet - trotz schwacher Vorgaben aus den USA.
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Tokio - Ein Teil des Notpakets steht bereits fest: Die angeschlagenen Banken des Landes erhalten eine Frist zur Beseitigung ihrer faulen Kredite von zwei Jahren. Für neu hinzukommende Problemkredite soll eine Drei-Jahres-Regelung gelten. Die Regierung erhofft sich davon, das Bankensystem von den noch immer massiven Problemkrediten zu befreien. Dies gilt als entscheidende Voraussetzung für eine Gesundung der Gesamtwirtschaft.

Die führende japanische Finanzzeitung "Nihon Keizai Shimbun" kritisierte bereits, dass die Entscheidung wichtige Punkte offen lasse. Dazu gehöre die Frage, was mit Krediten geschehen soll, die zwar formal nicht als uneinbringlich gelten, dennoch mit potenziellen Risiken verbunden sind. Ungelöst sei auch, wie mit den Folgen einer umfassenden Bereinigung der Problemkredite verfahren werden soll. Nach Ansicht von Analysten ist eine direkte Abschreibung dieser Kredite nicht ohne eine umfangreiche Liquidierung gescheiterter Firmen mit der Folge höherer Arbeitslosigkeit möglich.

Die japanische Börse lässt sich weder von der Entscheidungsschwäche der Regierung noch von der negativen Stimmung an der Wall Street beeinflussen: Der Nikkei schloss 0,9 Prozent fester bei 13242 Zählern. Am Dienstag hatte der Dow Jones drei Prozent schwächer bei 9485 Punkten geschlossen, die Technologiebörse Nasdaq war sogar um 6,2 Prozent auf 1673 Zähler eingebrochen.