Japan: Wirtschaft wächst überraschend stark - DER SPIEGEL
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Aufschwung Japans Wirtschaft wächst überraschend stark

Japan lässt die Krise hinter sich, die Wirtschaft wächst wieder kräftig. Doch ganz so glänzend, wie die Zahlen auf den ersten Blick aussehen, sind sie nicht.
Passantin in Tokio: Es hängt am Konsum
Passantin in Tokio: Es hängt am Konsum

Passantin in Tokio: Es hängt am Konsum

Foto: YOSHIKAZU TSUNO/ AFP
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Japans Wirtschaft ist im ersten Quartal dieses Jahres überraschend stark gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt stieg zwischen Januar und März um 0,6 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal 2014. Das gab die Regierung am Mittwoch auf Basis vorläufiger Daten bekannt. Rechnet man die Zahlen auf das jährliche Wachstum hoch, ergibt sich ein Wert von 2,4 Prozent. Das wäre der stärkste Jahreswert seit 2010.

Damit wächst Japans krisengeplagte Wirtschaft stärker als die der Eurozone. Deren BIP war im gleichen Zeitraum nur um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen.

Doch wie bei den Eurostaaten geht es auch mit Japan nur langsam wieder bergauf. Das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal geht zu einem beträchtlichen Teil auf die gestiegenen Lagerbestände der Unternehmen zurück. Ohne die wäre das Wachstum laut Ökonomen deutlich schwächer ausgefallen. Die Unternehmensinvestitionen zogen zwar erstmals seit einem Jahr wieder an, fielen mit 0,4 Prozent aber geringer aus als erwartet. Der private Verbrauch, der 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes beiträgt, erhöhte sich um 0,4 Prozent.

Japan im vergangenen Jahr in eine Rezession gerutscht, nachdem die Regierung die Verbrauchssteuer angehoben hatte. Davon erholt sich das Land zwar inzwischen, doch nur relativ langsam. Der Konsum bleibt schwach. Immerhin sind große Exportkonzerne wie Toyota inzwischen zu Lohnsteigerungen bereit, nachdem ihre Profite dank des schwachen Yen gestiegen sind.

Was die Stimmung in der Bevölkerung anbelange, habe Japan die jahrelange Deflation mit stetig fallenden Preisen jedoch noch immer nicht vollständig überwunden, befand Wirtschaftsminister Akira Amari. Immerhin legte die Wirtschaft des Landes im nunmehr zweiten Quartal in Folge zu. Ob der Aufschwung jedoch von Dauer sein wird, hängt nach Meinung von Ökonomen letztlich vom Konsumverhalten der Bürger ab.

stk/dpa