Jenoptik: Lothar Späth dankt ab - DER SPIEGEL
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Jenoptik Lothar Späth dankt ab

Ein mustergültiger Abschied. Jenoptik-Chef Lothar Späth kündigte seinen Rücktritt im nächsten Jahr an - und präsentierte die besten Zahlen der Unternehmensgeschichte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Lothar Späth verlasse den Hightech-Konzern im kommenden Jahr, hieß es in einer Mitteilung von Jenoptik. Zu seinem Nachfolger soll der bisherige Finanzvorstand des Jenaer Technologiekonzerns, Alexander von Witzleben, berufen werden.

Späth hatte mehrfach angekündigt, dass er seinen bis März 2003 laufenden Vertrag in Jena einhalten, aber nicht nochmals verlängern werde. Der 38-jährige von Witzleben gehört dem Jenoptik-Vorstand seit mehreren Jahren an.

Nach seinem Rücktritt als baden-württembergischer Ministerpräsident Anfang 1991 hatte Späth zunächst die Thüringer Landesregierung bei schwierigen Verhandlungen mit der Treuhand über die Zukunft des fast konkursreifen DDR-Kombinats Carl Zeiss Jena beraten. Vor etwa elf Jahren übernahm er die Leitung des damaligen Landesunternehmens, aus dem sich der börsennotierte Jenoptik-Konzern mit mehreren tausend Beschäftigten entwickelte.

So wie Späth Baden-Württemberg zum Musterländle aufpolierte, entwickelte er auch die Jenoptik zu einem Vorzeigeunternehmen. Trotz der Halbleiterkrise konnte sich der High-Tech-Standort Jena gegenüber der internationalen Konkurrenz behaupten. Das beweisen auch die heute vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Jenoptik hat es nach eigenen Angaben mit dem besten Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte abgeschlossen.

Umsatzsteigerung um fast 30 Prozent

Umsatzsteigerung um fast 30 Prozent

Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr um 27,3 Prozent auf knapp über zwei Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das Konzern-Betriebsergebnis (Ebit) habe sich auf 109,1 von 82,5 Millionen Euro verbessert. Deutlich zugelegt hätten die beiden industriellen Unternehmensbereiche und damit den Ebit-Rückgang im Asset Management so gut wie kompensiert.

Trotz der schwachen Konjunkturentwicklung sei die Auftragslage 2001 stabil geblieben. Der Auftragseingang sei mit 1,89 Milliarden Euro leicht hinter der Rekordmarke des Vorjahres von 1,929 Milliarden Euro zurück geblieben. Der Auftragsbestand habe mit 1,746 Milliarden Euro den Vorjahreswert von 1,719 Milliarden Euro übertroffen.

Rund 50 Prozent des Umsatzes habe der Jenoptik-Konzern im Ausland erzielt, dabei sei der überwiegende Teil aus Asien gekommen, teilte Jenoptik mit. Der Jahresüberschuss liege mit 88,3 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Darin enthalten sei ein einmaliger Ergebnisbeitrag aus dem Verkauf der MicroLas GmbH an die Lambda Physik AG. Der Jahresüberschuss 2000 enthielt den Angaben zufolge einen Ergebnisbeitrag aus dem Verkauf eigener Aktien. Jenoptik bezifferte ihn mit 86,6 Millionen Euro.

Gesundes Unternehmen

Der Konzern sei weiter per saldo schuldenfrei. Die liquiden Mittel überträfen sowohl die kurzfristigen als auch die langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten.

Bereits am Montag hatte Jenoptik angekündigt, der Hauptversammlung für 2001 eine Dividende von 0,7 Euro je Aktie vorzuschlagen. Damit erhöhe sich die Ausschüttung um zehn Prozent zum Vorjahr. Da sich die Aktienanzahl nach einem Splitt im vergangenen Jahr jedoch um diesen Wert erhöht habe, bleibe die Dividende je Aktie unverändert.

Die Analysten von Merck Finck & Co hielten an ihrer "Buy"-Bewertung des Papiers fest. "Wir sind zufrieden mit den Ergebnissen", teilten die Analysten in einer Kurzstudie mit. Die im MDax notierte Aktie legte am Dienstagmorgen im Parketthandel um knapp drei Prozent auf 19,45 Euro zu.