Jenoptik Vorzeige-Unternehmen bestätigt Image
Jena - Jenoptik ist und bleibt das Vorzeige-Unternehmen des Ostens. Besonders jetzt, da es den Platz an der Sonne nicht mehr mit dem kurzlebigen Rivalen Intershop teilen muss.
Die Technologiefirma habe im vergangenen Jahr das beste Geschäftsjahr ihrer zehnjährigen Geschichte erlebt, teilte der Vorstandsvorsitzende Lothar Späth am Montag auf der Bilanzpressekonferenz in Jena mit.
Der Jahresüberschuss wurde im Vergleich zum Vorjahr um 160 Prozent erhöht. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um 50 Prozent auf 161,4 Millionen Mark. Das Unternehmen hat im Jahr 2000 so viel verdient wie in den vergangenen fünf Jahren zusammen.
Dies sei eine gute Basis, um auch im laufenden Jahr weiter zu wachsen, sagte Späth. Er will Umsatz und Gewinn um mindestens 25 Prozent steigern. "Das Ziel ist sehr ambitioniert angesichts der schlechten Situation in der Halbleiterindustrie. Alle unsere bisherigen Zahlen für das erste Quartal untermauern aber die Prognose", betonte der Vorstandschef.
Das gute Abschneiden wird sich auch für die Aktionäre lohnen. So soll eine Dividende von 0,70 Mark ausgeschüttet werden. Zum Firmenjubiläum gibt es für alle Aktionäre zusätzlich Gratisaktien im Verhältnis zehn zu eins.
Der Auftragseingang, der bereits im Vorjahr mit einem Plus von 39 Prozent auf 1,93 Milliarden Euro (3,77 Milliarden Mark) einen neuen Rekord erreichte, entwickle sich weiter positiv, sagte Späth. Allein der Bereich Anlagenbau/Reinraumtechnik, der unter anderem Chipfabriken baut, habe im ersten Quartal Aufträge mit einem Volumen von einer Milliarde Mark (511 Millionen Euro) erhalten. Dabei seien 250 Millionen Euro für den jetzt erteilten Zuschlag für den Bau der Chipfabrik in Frankfurt an der Oder noch nicht berücksichtigt.
Für 2001 erwartet der Konzern in der Sparte Anlagenbau einen Umsatzzuwachs von 40 Prozent. In der zweiten Sparte Opto-Elektronik soll ein Plus von bis zu 15 Prozent erwirtschaftet werden.
Die Jenoptik-Risikokapitaltochter DEWB plant, in diesem Jahr mindestens vier Firmen an die Börse zu bringen. "Wir stehen zum Neuen Markt und warten ab, bis die Blutbäder zu Ende sind", äußerte Späth. 40 bis 60 Millionen Euro sollen in diesem Jahr in neue Firmenbeteiligungen investiert werden.
Die Jenoptik AG war 1991 aus Teilen des DDR-Kombinats Carl Zeiss Jena gegründet und 1998 über die Börse privatisiert worden.