Jet-Gefecht - DER SPIEGEL
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Jet-Gefecht

• aus DER SPIEGEL 53/1972
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Die amerikanische Flugzeugfirma Grumman Aerospace Corporation sieht durch einen Rüstungsauftrag ihre Existenz bedroht. Das Unternehmen entwickelte für die US. Navy den Träger-Jet F-14, ein laut Admiral Elmo R. Zumwalt jr. »besseres Flugzeug als der beste Phantom-Jet«. Nach einem Anfang 1969 geschlossenen Vertrag sollte Grumman den Seestreitkräften zunächst 86 F-14 zum Festpreis von 16,6 Millionen Dollar je Flugzeug liefern. Für weitere 227 Jets behielten sich die Navy-Strategen eine Option vor -- ebenfalls zum Festpreis. Jedoch vor allem »wegen der extremen Inflation« (so Grumman-Chef E. Clinton Towl) stiegen die Herstellungskosten so stark an, daß Grumman für die festbestellten 86 F-14 insgesamt 85 Millionen Dollar zusetzen muß. Als vorletzte Woche jedoch die Navy 48 weitere Exemplare des -- nach Meinung der Fachleute -- auch dem sowjetischen Kampfflugzeug MIG-23 überlegenen F-14-Jets in Auftrag gab, errechneten die Grumman-Manager einen Verlust von zwei Millionen Dollar pro Flugzeug. Als die Navy auch dann noch auf dem Auftrag bestand, meinte Grummans Towl: »Dann müssen wir eben zumachen.« In ganzseitigen, an die Aktionäre adressierten Zeitungsanzeigen gab er bekannt, die Firma könne es nicht verantworten, die nachgeorderten F-14-Jets zum alten Preis zu produzieren. Nun steht der Fall beim US-Kongreß zur Entscheidung an.

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