Jetzt auch Computer Amazon expandiert unbeeindruckt weiter
New York - Amazon werde in der zweiten Jahreshälfte damit beginnen, PCs online zu verkaufen, sagte Vizepräsident David Risher vor Analysten in New York. PCs seien wegen der höheren durchschnittlichen Verkaufspreise für den Online-Händler sehr interessant, begründete Risher laut "Wall Street Journal" den überraschenden Schritt.
Amazon wollte auf der Konferenz Investoren und Analysten davon überzeugen, dass es auf dem Weg ist, endlich profitabel zu werden. Nächstes Jahr werde man schwarze Zahlen schreiben, wenn auch nur unter Ignorierung bestimmter Kosten, kündigten die Manager des Unternehmens an. Profit nach traditioneller Bilanzierung werde noch länger auf sich warten lassen.
Die Ankündigung einer weiteren Expansion zumindest erscheint als Rückfall in die alten Zeiten, als Amazon-Chef Jeff Bezos die Parole ausgab: Wachstum jetzt, Profite später. Während fast alle Internet-Unternehmen derzeit Investitionen zurückfahren, um die Gewinnschwelle zu erreichen, setzt Amazon weiterhin auf Größe.
Neben der Expansion in den PC-Markt will Amazon eine Reihe von Neuerungen in der Rechnungsabwicklung einführen. So sollen Großkunden künftig per Rechnung bezahlen können. Eine eigene Abteilung soll eingerichtet werden, um den Kreditrahmen solcher Kunden festzulegen. Bisher ist nur die Zahlung mit Kreditkarte möglich.
Mit der neuen Zahlungsform schielt Amazon auf eine neue Zielgruppe: Firmen und Institutionen, die nach firmeninterner Schätzung etwa 40 Prozent der Buchkäufe in den USA tätigen.
Henry Blodget, Analyst bei Merrill Lynch, zeigte sich laut "Wall Street Journal" begeistert von der neuen Informationspolitik des Unternehmens: "Amazon ist erwachsen geworden."