Job-Frust Deutsche Arbeitslose streben ins Ausland
Flensburg - "Wir bekommen im Monat über 1000 Anfragen", sagte Tom Zielasko, der in der Flensburger Agentur für Arbeit für die grenzüberschreitende Vermittlung zuständig ist, in einem Agenturinterview. Zielasko arbeitet im Rahmen des so genannten Eures-Programms. Eures wurde 1992 auf Initiative der EU gegründet, um die berufliche Mobilität in Europa zu unterstützen.
Der starken Nachfrage nach Jobs im Ausland stehe nur ein begrenztes Angebot gegenüber, sagte der Berater. Außerdem schrumpfe dieses Angebot tendenziell noch. "Mit unserer Hilfe haben im vergangenen Jahr 481 Jobsuchende einen Arbeitsplatz in Dänemark, Norwegen, Schweden und Irland gefunden", berichtete er. Schwerpunkt war mit 300 Vermittelten das direkte Nachbarland Dänemark.
Flensburg erledigt ein Viertel der Vermittlungen
Die Zentrale liegt zwar in Flensburg an der Peripherie der Bundesrepublik - sie ist aber eines der bedeutendsten offiziellen Zentren für die Jobvermittlung ins Ausland. "Die Zahlen des letzten Jahres bedeuten, wenn wir die Bundesrepublik insgesamt sehen, dass hier von Flensburg aus ein Viertel aller Auslandsvermittlungen abgewickelt wurde", rechnete Zielasko vor.
Daher ist es für ihn unverständlich, dass Flensburg bei einer neuen Struktur der internationalen Aktivitäten in der Arbeitsverwaltung keine Bedeutung mehr haben soll. Künftig sollen alle internationalen Vermittlungen in einer Eures-Zentrale mit Sitz in Bonn konzentriert und jeweils Europäische Kompetenzzentren für Kontakte mit den anderen Ländern eingerichtet werden.