Jobabbau Tausende Airbus-Mitarbeiter demonstrieren
Hamburg - Die eine Hälfte der Stellen sei beim Flugzeugbauer selbst in Gefahr, die andere bei Zulieferern, heißt es. Diese Zahlen gehen aus einer Berechnung des Betriebsrates hervor, die auf Angaben der Konzernführung beruht, berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung". Das Papier diene der Bundesregierung als Grundlage für ihre Gespräche mit der Airbus-Führung, heißt es dem Bericht zufolge in Unternehmenskreisen.
Die Airbus-Führung will die Kosten bis 2010 um zwei Milliarden Euro jährlich senken, um wieder konkurrenzfähig zu werden. Der deutsche Betriebsrat befürchtet, dass es bei der Sanierung des Konzerns nicht zu einer gerechten Lastenverteilung zwischen den Standorten kommt. Es drohe ein Verlust deutscher Führungskompetenzen. Große Produktionsanteile könnten in andere Länder abwandern.
In Deutschland ist Airbus mit seinen Montagewerken und der Flugzeugteilproduktion einer der wichtigsten Arbeitgeber der Luft- und Raumfahrtindustrie. Rund 23.000 Menschen sind insgesamt bei Airbus Deutschland tätig. Dazu kommen etwa 6300 Zeitarbeitskräfte. Zudem arbeitet Airbus mit zahlreichen Zulieferbetrieben zusammen.
Heute wollen schätzungsweise 10.000 Airbus-Beschäftigte an vier der sieben deutschen Airbus-Standorte gegen die Sparpläne demonstrieren. An den geplanten Kundgebungen in Varel, Hamburg, Bremen und Laupheim werden sich auch Spitzenpolitiker der betroffenen Bundesländer sowie das Airbus-Management beteiligen. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) wolle in Varel auf eine "faire Lastenverteilung" drängen, sagte ein Sprecher der Zeitung.
reh/AFP/dpa