Jobmarkt 4.464.200 Arbeitslose im Dezember
Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist von November auf Dezember um 206.900 auf 4.464.200 gestiegen. Das waren 149.200 mehr als im Dezember 2003, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Punkte auf 10,8 Prozent.
In Westdeutschland zählten die Arbeitsämter 2,860 Millionen Stellenlose. Die Quote lag dort bei 8,7 Prozent. In Ostdeutschland waren 1,603 Millionen Menschen ohne Arbeitsplatz. Die Quote beträgt dort 18,5 Prozent.
Im Jahresdurchschnitt 2004 seien 4,38 Millionen Menschen arbeitslos gewesen, 4300 mehr als im Jahr 2003, erklärte die BA. Das abgelaufene Jahr war demnach das schlechteste für den Arbeitsmarkt seit 1997.
"Der Anstieg der Arbeitslosigkeit resultiert vor allem aus der einsetzenden Winterpause", sagte BA-Chef Jürgen Weise. Saisonbereinigt hat die Erwerbslosenzahl im Monatsvergleich dennoch um 17.000 zugelegt.
Schlechte Prognosen noch unterschritten
Damit lagen die tatsächlichen Zahlen noch unter den Prognosen der Volkswirte. Beobachter hatten im Durchschnitt mit einem saisonbereinigten Anstieg um 15.000 gerechnet. Im Vormonat war die Arbeitslosenzahl saisonbereinigt um 7000 gestiegen.
Die HypoVereinsbank erwartet nach den Dezember-Daten im Januar ein Erreichen der Marke von fünf Millionen Arbeitslosen. Die Experten der Münchener Großbank bezweifelten in einer Analyse, dass die Hartz-IV-Reform eine schnelle Wende am Arbeitsmarkt bringen wird. Es werde noch einige Zeit dauern, bis sich die Reformen am Arbeitsmarkt bemerkbar machen und zu positiven Effekten führen.
Clement sieht Trendwende bei Ausbildung
Der Ausbildungspakt dagegen hat aus der Sicht aller Beteiligten ein positive Trendwende am Ausbildungsmarkt bewirkt. Im letzten Quartal des Jahres 2004 sei es gelungen, die Zahl der noch nicht vermittelten Bewerber von 44.600 auf 14.950 zu senken, berichteten Bundesregierung, Spitzenverbände der Wirtschaft und die Bundesagentur für Arbeit in einer gemeinsamen Erklärung. Zusätzlich seien von der Wirtschaft 31.500 Angebote zur Einstiegsqualifizierung bereitgestellt gestellt worden.
Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ist angesichts der jüngsten Zahlen nach Aussage von Arbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) die Trendwende nicht erreicht worden. "Aber wir haben die Trendwende bei der Erwerbstätigkeit", sagte Clement. Die Zahl der Erwerbstätigen sei erstmals seit Jahren gestiegen. Auch auf dem Ausbildungsmarkt sei der Trend mit drei Prozent mehr Lehrstellen im Vergleich zum Vorjahr umgekehrt worden. Die Zahl der Ausbildungsplätze sei zum ersten Mal seit 1999 gestiegen.