Jobverluste: Deutsche Wirtschaft in der Rohstofffalle - DER SPIEGEL
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Jobverluste Deutsche Wirtschaft in der Rohstofffalle

Deutschlands Wirtschaft leidet unter den rasant gestiegenen Rohstoffpreisen. Den Kostensteigerungen sind laut BDI bereits 150.000 Jobs zum Opfer gefallen. Nach Informationen von "manager magazin" reifen im BDI nun Pläne für einen Rohstofffonds.
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Hamburg - Folgenreicher Boom: Die jahrelangen Erhöhungen der Rohstoffpreise hätten in Deutschland bislang rund 150.000 Arbeitsplätze gekostet, erklärte der Vorsitzende der BDI-Arbeitsgruppe Rohstoffe, der Metallunternehmer Ulrich Grillo, dem "manager magazin".

Einzelne Metallrohstoffe wie Eisenerz, Aluminium, Kupfer  , Rhodium oder Zink   hätten sich seit 2003 drastisch verteuert, zum Teil um bis zu 2000 Prozent. Investitionsprojekte rechneten sich deshalb nicht mehr, würden verzögert oder gestrichen.

Im BDI reifen nach Informationen von "manager magazin" Pläne für einen Rohstofffonds, in den Mitgliedsfirmen einzahlen sollen. Anschließend würde sich der Fonds an Minenprojekten beteiligen und so die Versorgung mit Rohstoffen abzusichern versuchen. Der Düsseldorfer Stahlkonzern ThyssenKrupp   überlege, gemeinsam mit Wettbewerbern Gruben zu erschließen. Dazu müssten drei bis vier Partner je eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen.

Mit Beginn des neuen Erzwirtschaftsjahres im April haben die Minenkonzerne die Erzpreise noch einmal im Schnitt um 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht, nachdem sie in den letzten Jahren schon deutlich gestiegen waren.

Wettbewerbsverzerrungen und Handelshemmnisse auf den Rohstoffmärkten behindern die deutschen Unternehmen massiv. Hohe Exportsteuern etwa verhinderten in vielen Staaten, dass knappe Rohstoffe ausgeführt würden. Gleichzeitig würden Importerleichterungen Rohstoffe aus anderen Ländern anlocken.

Der BDI hat eine schwarze Liste von mehr als 400 Wettbewerbsverstößen zusammengestellt und an das Bundeswirtschaftsministerium weitergeleitet. Der Industrieverband hofft nun, dass die EU-Kommission im Herbst eine neue Initiative zur Rohstoffsicherheit startet. "Zu einem fairen Umgang miteinander gehört, dass man dem anderen nicht das Fell über die Ohren zieht", sagte ThyssenKrupp-Vorstand Ulrich Middelmann dem "manager magazin".