US-Kritik Joghurt-Engpass vermiest Olympische Winterspiele
Olympische Flamme: Joghurt-Engpass in Sotschi
Foto: Filip Singer/ dpaWashington - Zur harschen Kritik an der russischen Haltung zum Thema Meinungsfreiheit kommt jetzt noch Ärger über die Hygienebestimmungen. Einen Tag vor Beginn der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi gibt es einen Streit um die Einfuhr von Joghurt: Ein US-Senator hat Russland dazu aufgerufen, eine für Olympia-Athleten in Sotschi bestimmte Joghurt-Lieferung aus den USA nicht weiter zu blockieren.
Russland stelle unzumutbare Bedingungen für den Import des vom Unternehmen Chobani hergestellten Joghurts, etwa bei Hygienebescheinigungen, sagte US-Senator Chuck Schumer. "Chobani ist lecker, nahrhaft und sicher - wir müssen das 'Njet' überwinden und es unseren Athleten liefern", schrieb Schumer an den russischen Botschafter in Washington.
Die Joghurt-Lieferung sei derzeit am Flughafen in Newark (New Jersey) "gefangen", schrieb der Senator. Nach Angaben des Unternehmens mit Sitz in New York befinden sich dort 5000 kleinere Portionsbecher Fruchtjoghurt sowie größere Behälter Naturjoghurt in einem Kühler. Das US-Landwirtschaftsministerium habe bereits ein Hygienezertifikat eingereicht und die Regierung in Moskau gebeten, die Bescheinigung anzunehmen. Die Blockade ginge aber weiter, so Schumer.
Am Frühstücksbuffet im olympischen Dorf suchte zuletzt auch Norwegens Skistar Aksel Lund Svindal vergeblich nach Joghurt. "Das brauche ich jeden Morgen: Müsli und naturbelassenen Joghurt, damit ich nicht zu viel Zucker zu mir nehme. Aber das scheint schwer zu finden zu sein", berichtete Svindal enttäuscht.
Die Kritik passt in eine ganze Reihe enttäuschter Kommentare von Olympia-Gästen in Sotschi, die über Probleme in ihren Hotels berichten.