Joint Ventures: BP wird die Nummer drei in Russland - DER SPIEGEL
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Joint Ventures BP wird die Nummer drei in Russland

Russland bleibt für BP das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Insgesamt 6,75 Milliarden Dollar bezahlt der britische Öl-Multi, um sich in den drittgrößten Mineralölkonzern in Russland einzukaufen.
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London - Für Lord John Browne liegt die Zukunft in Russland. Riesige Öl- und Gasreserven sollen den Grundstein legen, um auch in Zukunft im Club der Global Player ganz vorne mitzuspielen.

Als Partner hat sich der BP-Chef den russischen Öl- und Gaskonzern AAR ausgesucht, der aus der Alfa-Gruppe und Access-Renova hervorgegangen ist. Das Joint Venture rückt in Russland zur Nummer Drei auf. Wie BP am Dienstag in London mitteilte, halten beide Partner je 50 Prozent an dem neuen Unternehmen. BP bezahlt dafür an AAR drei Milliarden Dollar in bar und in den kommenden drei Jahren jeweils 1,25 Milliarden Dollar in Aktien.

Die Transaktion mit AAR soll bis zum Sommer abgeschlossen sein. Das Joint Venture produziert künftig rund 1,2 Millionen Barrel Öl pro Tag. Hinzu kommen Förderreserven in Sibirien und auf der Insel Sachalin.

Für BP-Chef Lord Browne ist es bereits der zweite Anlauf, um auf dem russischen Markt Fuß zu fassen. Vor fünf Jahren bereits waren die Briten mit einer Beteiligung an Sidanco in den russischen Markt eingestiegen. Das Projekt erwies sich jedoch als teures Unterfangen.

Inzwischen sei Russland jedoch wirtschaftlich stabiler, verfüge über ein besseres Rechtssystem und halte sich an internationale Handelsvereinbarungen, befand Browne. Das Joint Venture muss noch von den Wettbewerbsbehörden der EU und Russlands genehmigt werden.

An Reserven, um das Projekt zu finanzieren, herrscht im Übrigen kein Mangel, obwohl BP im Geschäftsjahr 2002 25 Prozent weniger Gewinn eingefahren hat. Unter dem Strich blieben insgesamt immer noch 8,72 Milliarden Dollar übrig. Als besonders ergiebig erwies sich dank der gestiegenen Öl- und Gaspreise das vierte Quartal. In diesem Zeitraum konnte BP seinen Gewinn um 49 Prozent auf 2,64 Milliarden Dollar steigern.

Beim Ausblick pflegte Browne dennoch britisches Understatement: "Der Ausblick für den Rohölpreis bleibt sehr unsicher und wird von der Entwicklung in Venezuela, dem Irak und dem Wachstum der Weltwirtschaft abhängen".