Jugendarbeitslosigkeit sinkt laut ILO-Bericht - DER SPIEGEL
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ILO-Bericht Jugendarbeitslosigkeit sinkt

Global betrachtet geht die Jugendarbeitslosigkeit zurück. In Südeuropa bleibe die Lage aber besorgniserregend, wie aus einem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation hervorgeht. Auch seien Millionen junger Afrikaner bereit, für Jobs auszuwandern.
Jugend Job-Center in Hannover (Archiv): Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland liegt bei 6,4 Prozent
Jugend Job-Center in Hannover (Archiv): Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland liegt bei 6,4 Prozent

Jugend Job-Center in Hannover (Archiv): Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland liegt bei 6,4 Prozent

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa
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Nach dem starken Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit in der Finanzkrise hat sich die Lage nach Uno-Angaben gebessert: Im weltweiten Durchschnitt lag die Arbeitslosenrate unter den 15- bis 24-Jährigen zwischen 2012 und 2014 bei 13 Prozent, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf mit. Für 2015 wird mit einem leichten Anstieg auf 13,1 Prozent gerechnet.

Die absolute Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ging - gemessen am Krisenhöchststand 2009 - bis 2014 um 3,3 Millionen auf 73,3 Millionen zurück. Zugleich konstatiert der ILO-Bericht einen Rückgang des Anteils von Jugendlichen an der Arbeitslosigkeit insgesamt. 2014 seien noch 36,7 Prozent aller Arbeitslosen zwischen 15 und 24 Jahre ohne Job oder Ausbildungsverhältnis gewesen - gegenüber 41,5 Prozent zehn Jahre zuvor.

Dies seien zwar "gute Nachrichten", jedoch sei die Arbeitsmarktlage in vielen Ländern immer noch instabil, heißt es in dem Bericht. Auch liege die Jugendarbeitslosigkeit global weiter deutlich über den 11,7 Prozent von vor dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007. In den entwickelten Volkswirtschaften einschließlich der EU-Staaten ging die durchschnittliche Arbeitslosenrate bei Jugendlichen zwischen 2012 und 2014 von 18 auf 16,6 Prozent zurück - wobei Deutschland mit 6,4 Prozent neben Norwegen, den Niederlanden, der Schweiz und Island nach der ILO-Statistik klar unter der Zehn-Prozent-Marke liegt.

Jugendarbeitslosigkeit in Asien am niedrigsten

Besorgniserregend ist laut ILO die Jugendarbeitslosigkeit in südeuropäischen Ländern - mit 53,2 Prozent in Spanien sowie 52,4 Prozent in Griechenland an der Spitze, gefolgt von Kroatien, Italien und Portugal. In zwei Drittel aller Staaten Europas seien mehr als 20 Prozent der Jugendlichen arbeitslos.

Am niedrigsten ist die durchschnittliche Jugendarbeitslosigkeit laut ILO in Süd- und Ostasien, dort liegt sie bei 9,9 beziehungsweise 10,6 Prozent. In Nordafrika beträgt sie 30,5 und im Nahen Osten 28,2 Prozent. In ihrem Bericht beklagt die ILO auch, dass in vielen Entwicklungsländern junge Menschen selbst dann unterhalb der Uno-Armutsgrenze lebten, wenn sie Jobs hätten. Weltweit müssten 169 Millionen arbeitende junge Menschen mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen.

Weit verbreitet sei in vielen Regionen der Wunsch von Jugendlichen, in reicheren Ländern auf Jobsuche zu gehen. In Afrika südlich der Sahara hätten bei Erhebungen 37 Prozent aller befragten Jugendlichen angegeben, emigrieren zu wollen.

mka/dpa