Jukos-Affäre: Chodorkowski bleibt hinter Gittern - DER SPIEGEL
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Jukos-Affäre Chodorkowski bleibt hinter Gittern

Ein Moskauer Gericht hat die Entlassung des früheren Jukos-Chefs Chodorkowski aus der Untersuchungshaft abgelehnt. Die Anwälte des Milliardärs kündigten Revision an und wollen sogar den Europäischen Gerichtshof anrufen.
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Moskau - Michail Chodorkowskis Anwälte hatten eine Freilassung ihres Mandanten gegen Kaution beantragt. Der Haftprüfungstermin erfolgte heute unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Chodorkowski selbst war bei dem Termin nicht anwesend, konnte die Sitzung aber per Video-Übertragung verfolgen, um Fragen zu beantworten.

Dem seit zwei Wochen inhaftierten ehemaligen Chef des Erdöl-Konzerns Jukos wird zur Last gelegt, bei Privatisierungen Mitte der 1990er Jahre sowie durch Steuerhinterziehung den Staat um fast eine Milliarde Dollar betrogen zu haben.

Eine Begründung für die Entscheidung des Gerichtes wurde nicht gegeben. Chodorkowskis Untersuchungshaft dauert offiziell bis zum 30. Dezember. Dann läuft die Frist für eine Anklage gegen den Milliardär ab.

Seine Anwälte kündigten umgehend Revision vor dem Obersten Gerichtshof Russlands an. "Ich schließe nicht aus, dass wir gegen diese Entscheidung auch Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einlegen", sagte Rechtsanwalt Anton Drel.

Der größte russische Ölkonzern Jukos ist seit Monaten im Visier der russischen Justiz. Politische Beobachter kritisieren das Vorgehen der Generalstaatsanwaltschaft mit dem Hinweis, andere Oligarchen hätten sich bei den umstrittenen Privatisierungen unter Ex-Präsident Boris Jelzin nicht weniger zu Schulden kommen lassen als Chodorkowski, seien dem Kreml aber "genehm" gewesen, weil sie sich nicht politisch engagiert hätten. Chodorkowski hatte sich öffentlich für Oppositionsparteien engagiert.