Jukos Moskauer Hilfsangebot löst Kurssprung aus
Moskau - Die russische Regierung hat nach Angaben des Finanzministers Alexej Kurdin mit Jukos Gespräche über ihre Steuernachforderungen in Höhe von 3,4 Milliarden Dollar aufgenommen. "Jukos hat seinen Entwurf über die Deckung der Forderungen vorgelegt. Soweit ich weiß, gibt es Kontakte zwischen dem Steuerministerium und Jukos", sagte Kurdin. Er wollte allerdings zu Spekulationen über eine mögliche außergerichtliche Einigung keine Stellung nehmen.
Nach dieser Ankündigung legte die Jukos-Aktie knapp sieben Prozent auf 9,25 Dollar zu. Die Gefahr eines Konkurses in Folge der sofortigen Zahlung von Steuerforderungen und Bußgelder in Höhe von 3,4 Milliarden Dollar habe sich damit verringert, sagten Analysten.
In einem Offenen Brief an Ministerpräsident Michail Fradkow hatte Jukos zuvor um einen zeitlichen Aufschub gebeten. Jukos verfügt nach eigenen Angaben über Barmittel von rund einer Milliarde Dollar, wie Finanzchef Bruce Misamore am Montag bekannt gab.
Jukos zählt zu den größten Erdöl-Produzenten in Russland. Der Konzern wurde bis vor kurzem vom russischen Milliardär Michail Chodorkowski geleitet, der seit Oktober vergangenen Jahres wegen des Vorwurfs des Betruges und der Steuerhinterziehung in Haft sitzt.
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag signalisiert, dass seine Regierung nicht an einem Zusammenbruch des angeschlagenen Ölkonzerns interessiert ist. Es werde alles Erdenkliche getan, um einen Konkurs von Jukos zu verhindern, so Putin.