Jumbo-Tricks
Lufthansa-Chef Herbert Culmann und sein Technik-Vorstand Abraham wollen die Konkurrenz künftig nicht nur durch höhere Auslastung ihrer Maschinen, sondern auch durch niedrigere Betriebskosten ausstechen. Deshalb verwenden sie die Supergewinne von 1976 und 1977 zur Erneuerung ihrer gesamten Jumbo-Flotte: Beim Hersteller Boeing, der mangels ausreichenden Jumbo-Absatzes jetzt besonders gefällig ist, will die Lufthansa sieben neue Boeing 747 bestellen und sieben gebrauchte günstig dafür in Zahlung geben. Die neuen Jumbos fliegen statt mit den alten, etwas anfälligen Pratt & Whitney-Turbinen mit kostensparenden, weil wartungsfreundlichen General-Electric-Triebwerken. Damit wird die Wartung der Lufthansa-Flotte entscheidend erleichtert, weil auch die anderen Großraum-Flugzeuge der Lufthansa -- Airbus und DC-1O- General-Electric-Düsen fliegen. Die Jumbo-Transaktion wird zudem mit Bargeld finanziert und nicht, wie bei der Konkurrenz üblich, mit Krediten, die zusätzliche Kosten bedeuten. Fazit: Die Lufthansa verfügt nach dem Jumbo-Umtausch über die modernste und billigste Großraum-Luftflotte der Welt.