Jungfernflug des A380: Der Super-Airbus fliegt - DER SPIEGEL
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Jungfernflug des A380 Der Super-Airbus fliegt

Historischer Moment in Toulouse: Das größte Passagierflugzeug der Welt ist erfolgreich zu seinem Jungfernflug gestartet. Fünf Stunden lang wollen die Ingenieure den neuen A380 in der Luft testen.
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Toulouse - Unter dem Beifall Tausender Schaulustiger ist der Airbus A380 erstmals gestartet. Das größte Passagierflugzeug der Welt hob um 10.29 Uhr in Toulouse zu seinem ersten Testflug ab. Als die 421 Tonnen schwere Maschine nach sechs Minuten aus dem Blickfeld der letzten Teleobjektive flog, war das Fahrwerk immer noch ausgefahren. An Bord befinden sich zwei Testpiloten und vier Flugingenieure.

Eingesetzt wird ein Prototyp ohne Sitze, der hauptsächlich mit Rechnern bestückt ist. Der Flug soll maximal fünf Stunden dauern. Ingenieure am Boden werten dabei 6000 Mess- und Flugdaten aus. Besonderes Gewicht wird auf die Belastung der Hülle und die Kommando-Software gelegt.

"Bei einem Erstflug probieren wir nur einfache Sachen", erklärt zuvor Chef-Testpilot Claude Lelaie. Man überprüfe das Fahrwerk, die Beschleunigung und das Einfahren der Landeklappen. Im Notfall können die sechs Tester mit Fallschirmen über einen Notschacht aus der Maschine aussteigen. Um ein besetztes Passagierflugzeug zu simulieren, startete die Testmaschine mit tonnenweise Wasser als Ballast.

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Jungfernflug im April: Der A380 hebt erstmals ab

Foto: AP

Das Testprogramm für den A380 wird in den kommenden zwölf Monaten mit insgesamt fünf Maschinen abgewickelt. Das heute gestartete Flugzeug ist das Einzige, das während des gesamten technischen Lebens für Versuche reserviert bleibt. Eine zweite Maschine soll vom Sommer an vornehmlich die Flugleistungen prüfen. Dabei geht es unter anderem um den Aktionsradius und um das Verhalten des Flugzeugs beim Start. Rund 2300 erfolgreiche Flugstunden sind nötig, damit der A380 die Zulassung der Luftfahrtämter der Welt erhalten kann.

Beobachter berichten über leisen Start

Der Start wurde von 500 Journalisten und mehr als 50.000 Schaulustigen sowie etwa 12.000 Airbus-Mitarbeitern beobachtet. Die Airbus-Angestellten in den sieben deutschen Werken haben den Erstflug auf eigens aufgebauten Großbildleinwänden in den Produktionshallen verfolgt. Die Zuschauer vor Ort feierten den Start mit Jubelrufen und Applaus. Die Lärmentwicklung der Triebwerke blieb nach Angabe von Beobachtern erstaunlich gering.

Rund 10,7 Milliarden Euro hat die Entwicklung des Flugzeugs mit zwei Passagierdecks und einem Gepäckdeck bisher gekostet. Ein Drittel wurde von Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien als Kredit vorgeschossen. Die Entscheidung für eine zweite Frachtversion und höhere Anforderungen an die Lärmdämmung haben die Kosten um 1,45 Milliarden nach oben getrieben. Je nach Version kostet der A380 nach Liste 263 Millionen bis 286 Millionen Dollar.

Der A380 war Mitte Januar der Öffentlichkeit vorgestellt worden und soll ab Sommer kommenden Jahres an die Fluggesellschaften ausgeliefert werden. Ursprünglich war ein erster Start des A380 noch im März geplant.

Singapore Airlines wird als erste Fluglinie den Super-Airbus im kommenden Jahr in Dienst stellen. Bereits seit der Vorstellung des Flugzeugs im Januar gehen bei bei der Gesellschaft Buchungsanfragen für den kommerziellen Erstflug ein, obwohl das genaue Datum dafür noch nicht feststeht.

Auch bei der Lufthansa gab es bereits Anfragen Flugbegeisterter nach Tickets für einen Flug mit dem A380. "Wir können aber noch nicht sagen, an welchem Tag und auf welcher Strecke wir den A380 erstmals einsetzen werden", sagte ein Lufthansa-Sprecher. "Fest steht nur, dass dies sicherlich im Herbst 2007 auf einer Langstrecke nach Nordamerika oder nach Asien sein wird." Bislang liegen 154 Bestellungen und vorläufige Zusagen von 15 Kunden vor. Größter Kunde ist mit insgesamt 43 Maschinen Emirates, die Lufthansa hat 15 A380 bestellt.