Kabel New Media Haus und Hof durchsucht
Firmengründer Peter Kabel war zum 31. August als Vorstandschef zurückgetreten. Ermittelt werde wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Börsengesetz, gegen das Wertpapierhandelsgesetz sowie Herbeiführung des Bankrotts nach Paragraf 283 des Strafgesetzbuches. Bei Kabel New Media war bis zum Mittag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Bei der zweitägigen Durchsuchung ist nach Angaben eines Polizeisprechers umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden. Diese würden nun beim Landeskriminalamt, Abteilung Wirtschaftskriminalität, ausgewertet und danach an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Kapitalanleger hätten vor der Durchsuchung Anzeige gegen die Kabel-Vorstände gestellt. Das Prüfverfahren könne einige Zeit dauern.
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Unterdessen teilte die Multimedia-Agentur BBDO mit, mit dem Insolvenzverwalter der am Neuen Markt gelisteten Gesellschaft einen Vertrag zur Kabel New Media GmbH Köln unterzeichnet zu haben. "Wir haben den Vertrag über die Übernahme der Kunden und Mitarbeiter der insolventen Kabel New Media Köln GmbH unterzeichnet", sagte BBDO-Sprecher Thomas Huber in Düsseldorf. Der Standort Köln werde eine Niederlassung der BBDO Interactive.
Die 45 Kölner Mitarbeiter der Kabel New Media würden übernommen. Zum Kaufpreis hieß es aus Branchenkreisen, BBDO habe rund eine Million Mark gezahlt. BBDO Interactive zählt sich zu den Top Ten der deutschen Multimedia-Agenturen und erzielte im Geschäftsjahr 2000 den Angaben zufolge einen Honorarumsatz von 29,5 Millionen Mark. Huber zufolge ist BBDO nach wie vor auch am Hamburger Standort der Kabel New Media interessiert. Dies hänge aber zu einem großen Teil vom dortigen Kunden BMW ab. Die Gespräche mit dem Münchner Autokonzern würden nach der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt fortgesetzt, sagte Huber. Früheren Angaben zufolge will BBDO nur dann in Hamburg einsteigen, wenn BMW eine Auftragsgarantie für einen überschaubaren Zeitraum zusichert.
Der Aktienkurs der Kabel New Media lag am Mittag unverändert gegenüber dem Vortag bei 0,12 Euro. Am 22. Januar hatte der Wert noch bei 16,54 Euro notiert. Am 29. Juni hatte das Unternehmen den Verdacht auf eine Beteiligung von Kabel an möglichen Insidergeschäften zurückgewiesen. Wegen des Rückzugs eines Investors hatte Kabel an diesem Tag einen vorläufigen Zahlungsstopp angekündigt. Zehn Tage zuvor hatte die Gesellschaft angekündigt, die Gewinnzone nicht wie geplant im vierten Quartal 2000/2001 (Geschäftsjahresende zum 31. März) erreichen zu können. Anfang September wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Unternehmens sowie das seiner Töchter eröffnet.