Kabelnetze: Breitband kommt später - DER SPIEGEL
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Kabelnetze Breitband kommt später

Nach der Übernahme eines großen Teils des Fernsehgeschäftes der Deutschen Telekom will Liberty Media das Kabelnetz zunächst mit neuer Software für mehr Fernsehprogramme und schnellen Internetzugang aufrüsten. Damit verzögert sich der Komplettausbau.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Kunden in den Liberty-Kabel-Gebieten müssen länger auf einen Breitband-Zugang warten als in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. In diesen beiden Bundesländern besitzt die Callahan-Gruppe das Kabelnetz. Sie will ihre Kabel in einem Schritt bis zur Endausbaustufe umrüsten.

Bei Liberty werde der komplette Ausbau zur breitbandigen Multimedia-Infrastruktur jedoch schrittweise vorgenommen, sagte Liberty-Chef Dob Bennett dem "Handelsblatt". Bennett begründete die Strategie damit, dass für den ersten Schritt neue Software ausreiche. Liberty könne damit schneller mit neuen Angeboten am Markt sein, als es beim Umrüsten auch der Kabel-Hardware möglich sei.

Liberty will jährlich 500 Millionen Euro in den Kabelausbau investieren. Die Kaufverträge mit der Telekom hofft Bennett in der zweiten Juli-Hälfte unterzeichnen zu können. Liberty werde dann 100 Prozent an den noch nicht verkauften Kabel-Regionalgesellschaften übernehmen.

Liberty Media hält zahlreiche Beteiligungen im Bereich Fernsehen und Internet in den USA, Europa, Asien und Südamerika. Das Unternehmen gehört zum US-Telefon-Konzern AT&T und ist selbst an AOL Time Warner und dem Medien-Imperium von Rupert Murdoch beteiligt.