Kaffeepreise Billiger wird's nicht
Hamburg - Für ein Pfund Kaffee müssen die Kunden gegenwärtig im Schnitt 3,61 Euro ausgeben, sagte Winfried Tigges, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes. Verglichen mit dem September 2005 ist das Pfund damit um 25 Cent billiger geworden.
"Der Rückgang ist zum einen auf die rückläufigen Rohkaffeepreise auf dem Weltmarkt zurückzuführen, zum anderen auf den harten Konkurrenzkampf der Lebensmittelhändler, die Kaffee als Lockprodukt einsetzen", sagte Tigges der Nachrichtenagentur dpa. Steigende Kosten der deutschen Kaffeefirmen durch höhere Energiepreise ließen sich dagegen nicht weitergeben.
International sind die Preise für die in Deutschland besonders verwendeten Arabica-Sorten seit ihrem Höchststand im März 2005 um rund 20 Prozent auf etwas mehr als einen US-Dollar je Pfund gesunken.
Koffeinschub weltweit
"Im langfristigen Vergleich sind die Preise aber immer noch hoch", erläuterte Tigges. Die sinkenden Weltmarktpreise sind nur schwer erklärlich, weil die Nachfrage ständig steigt: In manchen Ländern, wie etwa dem bedeutenden Kaffee-Exportland Vietnam, entdeckt die einheimische Bevölkerung erst jetzt Kaffee als Getränk. Deshalb gehen die Exportmengen zurück. "Die weltweite Nachfrage wird bald das Angebot übersteigen", sagte der Geschäftsführer.
Vor diesem Hintergrund rechnet die Kaffeewirtschaft nicht damit, dass die Kaffeepreise noch weiter zurückgehen. "Manche Händler verkaufen schon Markenkaffee für 2,99 Euro das Pfund", sagte Tigges.
"Das dürfte das Ende der Fahnenstange sein." Auch die Ernte im wichtigsten Kaffeeland Brasilien deute eher auf steigende als auf fallende Preise. Schwer kalkulierbar sei jedoch der Einfluss der internationalen Finanzfonds, die Rohkaffee ebenso wie andere Rohstoffe als Spekulationsobjekt nutzen. Gegenwärtig sind die Fonds eher auf der Verkäuferseite zu finden, was den Preis drückt.
itz/dpa