Kaiserlicher Nachwuchs Babyboom an Japans Börse
Tokio - Prinzessin Kiko wird laut japanischem Kaiserhaus am Mittwoch ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt bringen. Damit würden auch mehr Kinderartikel nachgefragt. Wäre es ein Junge, würde im japanischen Kaiserhaus erstmals seit 1965 wieder ein männlicher Thronfolger geboren. Frauen dürfen den Thron nach geltendem Recht nicht besteigen. Mit Spannung erwartet das Land deshalb nun Antwort auf die Frage nach dem Geschlecht des Kindes.
Die Vorfreude auf die Geburt beflügelte den Handel: Die Aktienkurse von Baby-Ausstattern notierten zu Wochenbeginn an der Tokioter Börse so hoch wie noch nie. Zu Börsenschluss verzeichneten sie ein Tagesplus von 11,7 Prozent. Bereits die Geburt eines Babys an Japans Kaiserhaus vor fast fünf Jahren nährte die Hoffnung bei Anlegern, dass die Geburtenrate Japans wieder steigen könnte und somit mehr Kinderprodukte nachgefragt werden. Die Hoffnungen erfüllten sich jedoch nicht, die Zahl der Geburten blieb rückläufig und erreichte vergangenes Jahr sogar einen Tiefstand.
Der Tokioter Soziologieprofessor Masahiro Yamada sieht die erneute Hoffnung darum mit Skepsis, dass die Japaner wegen der Geburt im Kaiserhaus mehr Kinder zur Welt bringen. "Die Geburtenrate wird in diesem Jahr aller Voraussicht zwar etwas ansteigen. Aber das ist hauptsächlich das Ergebnis der wirtschaftlichen Erholung in den vergangenen Jahren, als mehr Leute heirateten und Kinder zeugten."
tim/Reuters