Kalifornien: Zurück zur Planwirtschaft - DER SPIEGEL
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Kalifornien Zurück zur Planwirtschaft

In Kalifornien organisiert die Regierung die Energieversorgung jetzt in eigener Regie. Zehn Milliarden Dollar sollen für den Einkauf von Strom bereitgestellt werden.
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Sacramento/Portland - Das kalifornische Parlament hatte dem Gesetz, das sofort nach Unterzeichnung durch Gouverneur Gray Davis am 1. Februar in Kraft trat, zuvor zugestimmt. Mehrere Abgeordnete kritisierten jedoch, dass den Abnehmern damit höhere Kosten drohen. Eine der Maßnahmen sieht vor, die Verbraucher zum Energiesparen anzuhalten. So erließ Gouverneur Davis eine Anordnung, wonach Geschäfte ihre Außenbeleuchtung außerhalb der Öffnungszeiten deutlich reduzieren müssen. Andernfalls drohen ihnen ab März Bußgelder von 1000 Dollar täglich. Darüber hinaus arbeitet das Parlament an einer grundlegenden Lösung der Krise.

Parallel dazu befassen sich die Gouverneure von neun westlichen US-Staaten am Freitag im US-Staat Oregon mit Lösungsansätzen zur Beendigung der Krise. Bei dem Treffen in Portland wollten sie sowohl kurzfristige Vorschläge als auch ein langfristiges Konzept erörtern. Der Gouverneur von Idaho, Dirk Kempthorne, sagte, die Wirtschaft des gesamten Westens der USA stehe auf dem Spiel.

Im Januar waren mehrere hunderttausend Einwohner des Nordens und der Mitte Kaliforniens an zwei Tagen von Stromabschaltungen betroffen. Hintergrund der Versorgungsengpässe ist die Liberalisierung des Strommarktes in dem Staat. Die privatisierten Stromversorger waren bisher nicht in der Lage, die sprunghaft steigenden Strompreise an die Verbraucher weiterzugeben und haben daher Verluste in Milliardenhöhe gemacht.

Die Mehrheit der Amerikaner ist besorgt, dass die Energiekrise auch sie erfassen könnte. Laut einer von der Nachrichtenagentur AP in Auftrag gegebenen Umfrage fürchten sechs von zehn US-Bürgern Stromausfälle und steigende Elektrizitätspreise wie in Kalifornien. Trotz der Energieknappheit sind die meisten Amerikaner gegen Ölförderung in Naturschutzgebieten von Alaska. 53 Prozent der rund 1000 Befragten lehnen das Vorhaben ab. 33 Prozent sprachen sich dafür aus.