Kalte Dusche: Falk bleibt in Haft - DER SPIEGEL
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Kalte Dusche Falk bleibt in Haft

Die Hoffnung währte nur kurz. Nach 15 Monaten Untersuchungshaft hatte das Hamburger Landgericht den Haftbefehl für den Internet-Unternehmer Alexander Falk gegen Kaution außer Vollzug gesetzt. Das Oberlandesgericht kassierte die Entscheidung jetzt.
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Hamburg - Ein Beschluss des Landgerichts über eine Haftverschonung sei vorerst auf Eis gelegt, entschied am Mittwoch das Oberlandesgericht (OLG) der Hansestadt. Das Landgericht hatte den Haftbefehl gegen Falk am Dienstag gegen Zahlung einer Kaution von 2,5 Millionen Euro außer Vollzug gesetzt. Die Staatsanwaltschaft legte daraufhin Beschwerde ein. Solange das OLG berät, bleibt der 35-jährige Falk in Haft. Eine Entscheidung noch in dieser Woche ist laut Gericht unwahrscheinlich.

Die Richter hatten die U-Haft für Falk bereits mehrfach geprüft, eine Freilassung gegen Kaution aber stets abgelehnt. Noch Mitte August war entschieden worden, dass Falk in Haft bleiben müsse. Die Begründung: Da er eine erhebliche Freiheitsstrafe zu erwarten habe, bestehe Fluchtgefahr.

15 Monate in Untersuchungshaft

Die Justiz wirft Falk verbotene Kursmanipulation in zwei Fällen, Betrug in einem besonders schweren Fall sowie Steuerhinterziehung in vier Fällen vor. Der 35-Jährige sitzt deshalb seit rund 15 Monaten in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen ihn soll eventuell im Dezember dieses Jahres beginnen.

Der ehemalige New-Economy-Star soll gemeinsam mit sieben Mitbeschuldigten den Umsatz und damit den Aktienkurs seiner ehemaligen Internetfirma Ision kurz vor deren Verkauf 2001 künstlich in die Höhe getrieben haben. Falk erzielte einen Verkaufspreis von 812 Millionen Euro vom britischen Web-Unternehmen Energis, der nach heutigem Stand weit überhöht war. Beide Firmen sind mittlerweile insolvent.

Freilassung bisher wegen Fluchtgefahr verworfen

Die Nachlassverwalter von Energis, Rechtsanwälte der Kanzlei Clifford Chance, sind derzeit bemüht, Schadenersatz in Millionenhöhe von Falk zu bekommen. Teilerfolge haben sie bereits erzielt. Zuletzt bestätigte eine Zivilkammer einen Arrest über 30 Millionen Euro gegen Falk. Das bezeichnete Energis-Anwalt Sebastian Rakob als "entscheidenden Schritt". Insgesamt geht es um 763 Millionen Euro.

Alexander Falk hatte den geerbten gleichnamigen Stadtplan-Verlag 1995 an Bertelsmann verkauft und mit dem Erlös in verschiedene Internetfirmen investiert. Die meisten Unternehmen, an denen Falk beteiligt war, sind mittlerweile entweder vom Markt verschwunden, insolvent oder haben neue Besitzer.