Kampf der Gewerkschaften: Transnet droht mit eigener Aufspaltung - DER SPIEGEL
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Kampf der Gewerkschaften Transnet droht mit eigener Aufspaltung

Der Streit zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der größten Bahngewerkschaft Transnet eskaliert. Laut einem Zeitungsbericht droht Transnet, sich selbst aufzuspalten. Das Ziel: Die Organisation will genauso schlagkräftig werden wie die kleinere Konkurrenz.
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Hamburg - Neben der Tarifauseinandersetzung mit der GDL steht der Deutschen Bahn weiterer Druck ins Haus. Wie die "Financial Times Deutschland" schreibt, droht der Vorsitzende der Bahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, damit, das Vorgehen von Transnet dem der GDL anzupassen. Seine Organisation erwäge, sich in mehrere Einheiten aufzuteilen, sollten die Verhandlungen für eine neue Entgeltstruktur bei der Bahn scheitern.

"Es soll niemand glauben, dass wir tatenlos bleiben - wir haben auch Drohpotential: Die Transnet könnte eine Föderation von sieben bis acht Einzelorganisationen werden, die alle eigene Tarifverträge haben", zitiert das Blatt den Gewerkschaftsführer.

Die beiden großen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA hatten im Sommer für 134.000 Bahnbeschäftigte eine Lohnsteigerung von 4,5 Prozent und eine Einmalzahlung von 600 Euro durchgesetzt. Eine Revisionsklausel erlaubt es beiden Gewerkschaften jedoch, diesen Abschluss zu öffnen, falls die GDL bessere Konditionen herausschlagen sollte. Genau dieser Fall könnte eintreten, wenn die GDL mit der Bahn einen höheren Tarifabschluss erzielt. Derzeit bietet das Unternehmen den Lokführern bis zu 13 Prozent mehr Lohn.

Auch externe Gewerkschaften mischen sich in den Streit bei der Bahn ein. Der Präsident des Deutschen Beamtenbundes (dbb), Peter Heesen, kritisierte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Bahn und Lokführergewerkschaft GDL hätten vereinbart, "Stillschweigen zu bewahren bis zu einem erneuten Zusammenkommen", sagte Heesen im Bayerischen Rundfunk. Dieses Schweigen habe Mehdorn als Erster gebrochen, indem er Einzelheiten des neuen Angebots verraten hatte. Die GDL will heute über das Angebot abstimmen. Wer so mit den Gewerkschaften umgehe, habe offenbar nicht verstanden, "dass man auch Respekt vor den Vereinbarungen haben muss, die man selbst getroffen hat", sagte Heesen.

Gleichzeitig bekräftigte der dbb-Präsident aber seine Ablehnung eines eigenständigen Tarifvertrags für die Lokführer. Zwar habe der dbb Verständnis für die Forderungen nach einer besseren Bezahlung, sagte Heesen. Andererseits aber habe der Beamtenbund immer Wert auf das Erreichen einer Tariflandschaft gelegt, die von dem Grundsatz "ein Betrieb, eine Tarifvertrag" geprägt sei.

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Winfried Hermann, sagte der "Berliner Zeitung" dagegen, ohne einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer sei der Konflikt "nicht lösbar". Er forderte ein Machtwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD).

wal/ddp/AFP

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