Kampf der Kreditkrise: Neuer Citigroup-Chef greift durch - DER SPIEGEL
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Kampf der Kreditkrise Neuer Citigroup-Chef greift durch

Der neue Citigroup-Chef Vikram Pandit stellt sich der Kreditkrise: Er kündigte an, zuvor ausgelagerte milliardenschwere Risikopapiere in die Bücher des Geldinstituts aufzunehmen. Ein Schritt für mehr Transparenz - aber nun trägt die Bank das volle Verlustrisiko.
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New York – Vikram Pandit hat erst vor wenigen Tagen seinen Job angetreten und schon greift er durch. Die größte US-Bank nimmt problematische Vermögenswerte von 49 Milliarden Dollar in ihre Bücher auf. So soll ein weiterer Preisverfall bei den Papieren verhindert werden. Zuvor hatten bereits andere Banken wie die deutsche WestLB solche Rettungsaktionen durchgeführt, jedoch nicht in diesem Ausmaß.

In den vergangenen Jahren war die Citigroup   als größter Anbieter massiv ins Geschäft mit auf Immobilienkrediten beruhenden Wertpapieren eingestiegen. Sie gründeten dazu ausgelagerte Spezialgesellschaften ("Structured Investment Vehicles" - kurz SIV). Die Kreditkrise ließ dieses Modell zusammenbrechen und stürzte viele Häuser wie die deutsche IKB   und die Sachsen LB in enorme Schwierigkeiten.

Bisher hatte sich die Citigroup jedoch immer geweigert, die Risiken in die eigenen Bücher aufzunehmen. Die Kehrtwende bei der Bilanzierung der Kreditpapiere soll einen weiteren Preisverfall dieser Vermögenswerte verhindern, teilte die Bank jetzt mit.

Die Maßnahme wird nach Einschätzung von Analysten die Kapitalbasis des Geldhauses weiter schwächen. Zur Stärkung der Bank halten Experten eine Kürzung der Dividende oder weitere Finanzspritzen neuer Investoren für nötig. Im November besorgte sich die Citigroup bereits 7,5 Milliarden Dollar über den Einstieg des Emirats Abu Dhabi als Großaktionär. Die Wall Street spekuliert zudem über eine Aufspaltung der Bank, einen Verkauf von Konzernteilen oder eine Megafusion mit einem anderen Institut.

Erwartet werden auch weitere drastische Einschnitte Pandits bei dem problembeladenen Finanzkonzern, der bereits rund 15 Milliarden Dollar wegen der Kreditkrise abschreiben musste. Ein zusätzlicher Abbau von bis zu 30.000 Jobs steht US-Medien zufolge kurz bevor. Die Bank hatte erst im Frühjahr rund 17.000 ihrer knapp 330.000 Stellen gestrichen.

Ein von der US-Regierung und neben anderen von der Citigroup seit Monaten geplanter Superfonds zur Rettung der problematischen Papiere gilt bei Experten aber als immer unwahrscheinlicher. Zuletzt hatten immer weniger Banken Interesse gezeigt. Die Citigroup betonte dennoch, der Notfallfonds solle weiter vorangetrieben werden.

ase/dpa/Reuters