Kampf gegen Jobabbau: Massive Proteste bei Conti erwartet - DER SPIEGEL
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Kampf gegen Jobabbau Massive Proteste bei Conti erwartet

Der Arbeitskampf bei Continental verschärft sich: Bis zu 3000 Mitarbeiter wollen auf der Hauptversammlung des Reifenherstellers gegen geplante Werkschließungen demonstrieren. Viele Beschäftigte kommen aus Frankreich - dort hatten wütende Protestler am Dienstag eine Fabrik verwüstet.
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Hannover - Aktionäre von Continental erwarten zur Hauptversammlung am Donnerstag massive Proteste: Zu einem Demonstrationszug erwartet die Gewerkschaft IG BCE 2500 bis 3000 Beschäftigte.

Die Proteste richten sich gegen die geplanten Schließungen der Reifenwerke am Stammsitz Hannover sowie im nordfranzösischen Clairoix. Insgesamt rund 1900 Arbeiter sind davon betroffen.

Zur Kundgebung in Hannover werden rund 1200 Demonstranten aus Frankreich erwartet. Die ausländische Unterstützung könnte dafür sorgen, dass die Proteste in Hannover weit ruppiger werden als für deutsche Verhältnisse üblich. Aufgebrachte Mitarbeiter des Reifenherstellers hatten am Dienstag mehrere Räume einer Behörde und das Wachhäuschen ihrer Fabrik in Nordfrankreich verwüstet, nachdem ein Gericht ihre Klage gegen die bevorstehende Werksschließung abgewiesen hatte.

"Wir haben alles dafür unternommen, dass so etwas in Hannover nicht passiert", sagte ein IG-BCE-Sprecher am Donnerstag. Auch die Polizei hat nach eigenen Angaben "bislang keine Hinweise auf Randale erhalten".

Der Conti-Aufsichtsrat will im Anschluss an die Hauptversammlung erneut über die umstrittenen Werksschließungen beraten. Ob die Sitzung am Donnerstag stattfinde, hänge von der Dauer des Aktionärstreffens ab, hieß es in Konzernkreisen. Möglicherweise komme das Kontrollgremium auch erst am Freitag zusammen. Dabei ist grundsätzlich eine Empfehlung an den Vorstand möglich, die Werksschließungen rückgängig zu machen. Dazu müssten aber Vertreter der Kapitalseite mit den Arbeitnehmervertretern stimmen.

Der Conti-Vorstand hatte die Werksschließungen wegen des dramatischen Einbruchs auf dem Reifenmarkt als wirtschaftlich ohne Alternative bezeichnet. "Wir haben nicht den Eindruck, dass sich etwas zu unseren Gunsten bewegt hat", sagte der IG-BCE-Sprecher. Die Proteste am Donnerstag seien voraussichtlich nicht die letzten.

Ein weiteres großes Thema auf der Hauptversammlung dürfte das in den vergangenen Monaten wegen mehrerer strittiger Fragen erheblich belastete Verhältnis zwischen Conti und Großaktionär Schaeffler sein. Zwar hatten die beiden Unternehmen vereinbart, über eine Zusammenlegung der Automobilsparten zu sprechen und die Conti-Reifensparte auszugliedern - ein Konzept und ein Zeitplan aber liegen bislang nicht vor.

In Hannover hieß es, Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann wolle am Donnerstag in seiner Rede vor den Aktionären Klartext sprechen. Conti habe keine Zeit zu verlieren, wichtige Weichenstellungen seien notwendig. Die Autokrise hat den Zulieferer voll erwischt, der Sparkurs wurde verschärft, die Dividende gestrichen.

ssu/AFP/dpa

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