Kampf gegen Korruption VW engagiert Ombudsmänner
Wolfsburg - Die beiden Frankfurter Rechtsanwälte Rainer Buchert und Thomas Rohrbach sollen Informationen über Korruption vertraulich entgegennehmen und an den Konzern zur Prüfung weiterleiten, teilte Volkswagen (VW) in Wolfsburg mit. Mit der Neuerung zieht der Konzern weitere Konsequenzen aus der Affäre, in deren Rahmen das Unternehmen Betriebsratsmitgliedern teure Partys und Prostituierte bezahlt haben soll.
Die Hinweise an die Rechtsanwälte sollen in jedem Einzelfall von der Revisionsabteilung, dem Rechtswesen und der Sicherheitsabteilung von VW geprüft werden. Jeder Korruptionsfall müsse "konsequent und rückhaltlos aufgedeckt werden", erklärte Konzernchef Bernd Pischetsrieder in einem Brief an die Mitarbeiter.
"Korruption ist kein Kavaliersdelikt", schrieb Pischetsrieder in dem Schreiben weiter. "Bei Korruption und Betrug schadet das selbstsüchtige Interesse einiger Weniger vielen Unschuldigen."
Beide Ombudsmänner arbeiten dem Unternehmen zufolge auf selbstständiger und vom Unternehmen unabhängiger Basis. Buchert war von 1977 bis 1991 beim Bundeskriminalamt, später Leiter der Kriminalpolizei Sachsen-Anhalt und anschließend sechs Jahre Polizeipräsident in Offenbach. Seit 1999 ist er selbstständiger Rechtsanwalt, spezialisiert auf Wirtschaftskriminalität und Korruptionsvorbeugung. Seit fünf Jahren arbeitet er auch als Ombudsmann der Deutschen Bahn. Rohrbach ist Fachanwalt für Arbeits- und Steuerrecht und betreute für Volkswagen bereits den Zwangsarbeiterfonds.