Kampf um Euronext NYSE gibt Übernahmeangebot ab
Paris - Die New York Stock Exchange (NYSE) plant einen Zusammenschluss mit der Mehrländerbörse Euronext. Durch den Zusammenschluss solle ein Konzern mit einer Marktkapitalisierung von rund 21 Milliarden Dollar entstehen, teilte die NYSE am Morgen mit.
Die Euronext-Aktionäre sollten für jede Aktie 0,98 Aktien des neuen Unternehmens sowie 21,32 Dollar in bar erhalten, hieß es weiter. Die eigenen Aktionäre sollen für jede alte Aktie eine neue erhalten. Der Hauptsitz der neuen Gruppe solle New York werden, die Leitung als CEO der bisherige NYSE-Chef John Thain übernehmen.
Die Mehrländerbörse Euronext betreibt die Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon und die Derivatebörse LIFFE in London.
Sowohl das "Wall Street Journal" als auch die "Financial Times Deutschland" hatten zuvor von einer bevorstehenden Offerte der NYSE im Volumen von rund zehn Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro) berichtet.
Beide Zeitungen schrieben weiter, dass Euronext eine Fusion mit der NYSE einem Zusammenschluss mit der Deutschen Börse vorziehen würde. Diese hatte erst am Freitag ihre Vorstellungen zu einem Zusammengehen veröffentlicht. Morgen berät die Euronext-Hauptversammlung über eine mögliche Fusion.
Auch die Deutsche Börse habe Details eines möglichen Gebots genannt, berichtet die "FTD". Das bereits früher vorgelegte Gebot der Deutschen orientiere sich am Durchschnittskurs der Euronext-Aktien der letzten drei Monate und habe einen Wert von 66 bis 67 Euro.
Die Deutsche Börse widersprach heute Vormittag jedoch dem Bericht, sie werde nach dem Gebot der NYSE ihr Gebot für die Euronext erhöhen. Die Zahlung eines Aufschlages auf den jeweiligen Unternehmenswert sei in ihrem Vorschlag nicht vorgesehen, teilte die Frankfurter Börse mit.
Unterdessen lehnen Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Deutschen Börse eine Fusion mit Euronext offenbar ab. Wie die "Financial Times Deutschland" weiter berichtet, stimmen sechs der sieben Arbeitnehmervertreter im 21-köpfigen Aufsichtsrat den Konditionen des gemachten Fusionsvorschlags nicht zu.
"Ohne erkennbare Aussagen zu den Perspektiven für die Mitarbeiter und die Arbeitsplatzsicherheit können wir eine solche Fusion nicht befürworten und mit unserer Unterstützung begleiten", zitiert das Blatt aus einem ihm vorliegenden Schreiben. Die Arbeitnehmervertreter fürchteten neben einem Bedeutungsverlust für den Finanzplatz Frankfurt am Main den Verlust von Arbeitsplätzen.
ank/ddp/Dow Jones/dpa-AFX/Reuters