Kampfkandidatur: Engelen-Kefer will es noch mal wissen - DER SPIEGEL
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Kampfkandidatur Engelen-Kefer will es noch mal wissen

Auf Biegen und Brechen hat die DGB-Spitze versucht, Ursula Engelen-Kefer von einer erneuten Kandidatur als Vize abzuhalten – vergebens. Nachdem der Vorsitzende Michael Sommer wiedergewählt ist, wird auch die streitbare Gewerkschafts-Frontkämpferin antreten.
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Berlin – Die Eskalation ist programmiert: Wenn der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) heute Vormittag auf seinem Bundeskongress in Berlin den Tagesordnungspunkt "Neuwahl des Vorstands" abhandeln will, wird eine Kandidatur für erhebliche Verzögerungen in der Terminplanung sorgen.

Zwar ist bereits Gewerkschaftschef Michael Sommer ganz plangemäß wiedergewählt, wenn auch mit einem schlechten Ergebnis: Nur 78,4 Prozent der 389 Delegierten auf dem DGB-Bundeskongress stimmten für ihn, vor vier Jahren hatte die Zustimmung mit rund 94 Prozent deutlich mehr betragen.

Doch die eigentlich aufregende Frage lautet: Wer wird Vize? Die bisherige stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer will ihren Posten nicht kampflos räumen. Sie trete gegen die vom DGB-Vorstand nominierte CDU-Gewerkschafterin Ingrid Sehrbrock in einer Kampfabstimmung an, sagte Engelen-Kefer. Sie habe von der Gewerkschaftsbasis Unterstützung für eine mögliche Kandidatur erhalten. Delegierte hätten sie aufgefordert, sich einer Kampfabstimmung zu stellen. Die DGB-Spitze hatte sich einmütig gegen eine Fortsetzung der Arbeit mit der bisherigen Stellvertreterin ausgesprochen und Sehrbrock nominiert.

Der 62-jährigen Engelen-Kefer war es gestern, am ersten Tag des Kongresses, gelungen, mit einer kämpferischen Rede ihre Ambitionen auf eine Fortsetzung ihrer Arbeit deutlich zu machen. Allerdings scheinen Engelen-Kefers Chancen dennoch begrenzt: In Probeabstimmungen unter den Verantwortlichen habe sich herausgestellt, dass zwei Drittel des DGB-Wahlpublikums für den Abgang der Vize-Vorsitzenden seien, berichtet die "Leipziger Volkszeitung".

Die DGB-Vize fühle sich jedoch gemobbt. Eigentlich hatte sich die Findungskommission der Gewerkschaften längst darauf geeinigt, dass die 400 Delegierten, die von IG Metall- und Ver.di-Mitgliedern dominiert werden, das bisherige Mitglied im Bundesvorstand, Ingrid Sehrbrock, zur stellvertretenden DGB-Vorsitzenden wählen sollen. Sehrbrock ist die einzige CDU-Frau im DGB-Vorstand.

ank/ddp/Reuters