Kamps-Übernahme Barilla will nicht nachlegen
Mailand - Auf die Frage der italienischen Finanzzeitung "Il Sole 24 Ore", wie Barilla reagieren würde, falls ein "Weißer Ritter" eine höhere Offerte als die gebotenen 1,8 Milliarden Euro abgebe, sagte Konzern-Chef Guido Barilla: "Kein Problem. Wir würden sie das tun lassen und uns selber auf andere Möglichkeiten konzentrieren." Barilla bezeichnete dem Bericht zufolge das Angebot von zwölf Euro je Aktie als fair und bekräftigte, dass es kein neues Angebot geben werde. "Das Angebot von zwölf Euro ist nicht modifizierbar", sagte Barilla auch der Zeitung "Corriere della Sera". Als "Weißer Ritter" wird in Finanzkreisen ein Unternehmen bezeichnet, dass die feindliche Übernahme einer befreundeten Firma durch eine andere verhindert.
Am Dienstag hatte es von Analysten geheißen, dass der US-Mischkonzern Sara Lee möglicherweise an Kamps interessiert sei. Die finanzstarken Amerikaner wollten unbedingt den Einstieg in den westeuropäischen Markt, sagte ein Düsseldorfer Branchenkenner. Der US-Konzern sei deshalb bereit, bis zu 15 Euro für einen Anteilsschein zu zahlen. Kamps und Sara Lee lehnten es am Dienstag ab, die Gerüchte zu kommentieren.
Das am Montag von Barilla abgegebene Angebot für die größte europäische Bäckerei-Kette lag 11,3 Prozent über dem Kamps-Schlusskurs vom Freitag, dennoch hatte die Großbäckerei das Angebot als zu niedrig abgelehnt. Am Mittwochvormittag notierten die Kamps-Aktien mit 1,56 Prozent im Minus bei 12,60 Euro. Am Dienstag waren die Titel zeitweise bis auf 12,87 Euro gestiegen.