Kandidatenstreit: DGB-Chef geißelt Köhler - DER SPIEGEL
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Kandidatenstreit DGB-Chef geißelt Köhler

Vier Wochen lang ist Horst Köhler schon offizieller Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten - jetzt überziehen ihn die Gewerkschaften auf einmal mit ungewöhnlich beißender Kritik. Michael Sommer, der Chef des DGB, glaubt: Köhlers Ideen sorgen dafür, dass Arme in Deutschland noch ärmer werden.
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Berlin - Mit seinen bisherigen Äußerungen habe sich Köhler als "Kandidat der Neoliberalen und Neokonservativen" gezeigt, kritisierte Sommer im Interview mit der "Berliner Zeitung".

Köhler sei von CDU-Chefin Angela Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle als Kandidat des bürgerlichen Lagers präsentiert worden. "Ganz offensichtlich ist Herr Köhler tatsächlich ein Lagerkandidat - das legen zumindest seine einseitigen Ratschläge zur Sozial- und Tarifpolitik nahe."

Sommer sagte, Ziel von Union und FDP bei der Nominierung Köhlers sei gewesen, "den Primat des Ökonomischen und des Marktes über die Politik" zu verdeutlichen. Der DGB brauche aber "keine Ratschläge von einem Kandidaten, der uns sagt, wie die Armen in Deutschland noch ärmer werden".

Sommer fügte aber ausdrücklich hinzu: Jeder, der im Mai ins Bundespräsidentenamt gewählt werde, habe "selbstverständlich auch die Achtung des DGB und seines Vorsitzenden verdient".