Kapitalerhöhung: Murdoch will Premiere retten - DER SPIEGEL
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Kapitalerhöhung Murdoch will Premiere retten

Bescherung beim kriselnden Bezahlsender: Premiere hat sich mit seinen Banken und dem Großaktionär News Corp. auf eine Finanzierung geeinigt. Der Pay-TV-Sender erhält neue Kreditlinien über insgesamt 525 Millionen Euro - muss dafür aber Bedingungen akzeptieren.
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München - Der australische Medienmogul Rupert Murdoch will Premiere retten. Sein Unternehmen News Corp. wolle eine Kapitalerhöhung des Bezahlsenders im Umfang von 450 Millionen Euro absichern, teilte Premiere am Dienstag in München mit.

Die Unterstützung werde an zwei Bedingungen geknüpft. Zum einen verlangte News Corp. die Zusicherung neuer Kreditlinien der Banken, zum anderen soll die Finanzaufsicht Bafin Murdoch davon befreien, den Aktionären Angebote zur Übernahme des Senders machen zu müssen.

Dazu sind Investoren eigentlich verpflichtet, wenn ihre Beteiligung 30 Prozent erreicht oder übersteigt. Derzeit hält News Corp. gut ein Viertel der Premiere-Anteile. Die Banken sagten laut Premiere neue Kredite von bis zu 525 Millionen Euro zu.

Den kurzfristigen Bedarf an Liquidität will Premiere in einer ersten Tranche einnehmen. Dabei soll die Zahl der Aktien um 10,2 Millionen auf 108,6 Millionen steigen. Dadurch erwartet Premiere einen Zufluss von mindestens 25 Millionen Euro. News Corp. sichert das Gelingen mit einer Mindestabnahme von 7,8 Millionen Stück ab. Die zunächst begrenzte Menge neuer Aktien garantiert, dass Murdochs Anteil zunächst nicht über 29,9 Prozent steigt. Durch einen verbundenen Kredit soll die insgesamt einzunehmende Summe bei 50 Millionen Euro liegen.

Der wesentlich größere Teil der Kapitalerhöhung von bis zu 425 Millionen Euro soll dann im zweiten Quartal über die Bühne gehen. Davor muss Premiere sich dieses Vorhaben noch von einer außerordentlichen Hauptversammlung genehmigen lassen. Diese solle bis Ende März stattfinden.

Der Pay-TV-Sender plant mit dem neuen Geld nach eigenen Angaben Investitionen in das Prorammangebot, kundenfreundlichere Technologien und Service. Unter anderem solle das HDTV-Angebot ausgebaut werden. Die Preis- und Angebotsstruktur solle vereinfacht werden.

Der Bundesliga-Sender Premiere war zuletzt tief in die roten Zahlen gerutscht. In diesem Jahr erwartet Premiere weiter einen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zwischen 40 und 60 Millionen Euro. Der Bezahlsender stellt sich nach eigenen Angaben darauf ein, erst ab 2011 profitabel zu sein.

Wirtschaftsprüfer hätten die Sanierungsbedürftigkeit bestätigt, schrieb der Sender in seiner Mitteilung. Zugleich hätten sie aber festgestellt, dass Premiere auch auf Grundlage der neuen Finanzierung sanierungsfähig ist.

Laut Premiere ist die Abonnentenbasis während des vierten Quartals größtenteils stabil geblieben. Eine im Vergleich zum Vorjahresquartal höhere Zahl von Neuabonnenten habe den Abgang von Kunden mit stark rabattierten Abonnements sowie sogenannten Premiere-Flex-Kunden nahezu ausgeglichen. Die Kündigungsquote sei im Vergleich zum dritten Quartal leicht gestiegen.

Auch im kommenden Jahr erwartet Premiere einen "signifikanten" Verlust. So seien umfangreiche Mittel notwendig, um die operativen Verluste aufzufangen und die erforderlichen Investitionen zu tätigen. Zudem rechnet Premiere 2009 mit einem moderaten Umsatzwachstum von rund 50 Millionen Euro.

ssu/dpa/ddp