Karrieren: Wöhrl plant Wechsel ins Kleinbahnfach - DER SPIEGEL
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Karrieren Wöhrl plant Wechsel ins Kleinbahnfach

Er hat sich als Modehändler einen Namen gemacht und schließlich als Sanierer der beiden Fluglinien dba und LTU. Nach deren Verkauf sucht der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl jetzt offensichtlich nach neuen Bestätigungsfeldern - der Wiederaufrichtung des Modellbahnherstellers LGB etwa.
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Nürnberg - Ein "Nürnberger Investor" wolle das Unternehmen gemeinsam mit dem Gesellschafter LGB of America übernehmen, teilte Insolvenzverwalter Steffen Goede heute mit. Dem Gläubigerausschuss liege "ein Angebot zur Fortführung des Geschäftsbetriebes" vor. Bei dem neuen Investor handelt es sich um niemand geringeren als um Multimillionär Wöhrl. Wöhrl habe versucht, "eine fränkische Lösung auf den Weg zu bringen", bestätigte seine Verwaltungsfirma "Intro" heute.

Gleichwohl sieht es so aus, als ob das Vorhaben schon im Ansatz scheitert. Nach Angaben des Insolvenzverwalters hat der Bankenpool, dem das LGB-Werksgelände in Nürnberg gehört, den gebotenen Kaufpreis "als zu niedrig" abgelehnt. Lediglich die Sparkasse Nürnberg habe das Angebot für ausreichend erachtet. Ohne die Zustimmung aller Banken lasse sich das Fortführungskonzept jedoch nicht umsetzen, betonte der Insolvenzverwalter. Medienberichten zufolge wollten die Banken rund eine Million Euro mehr haben, als "Intro" zu zahlen bereit sei.

Dem traditionsreichen Modellbahn-Hersteller LGB droht damit das Aus. "Uns läuft die Zeit davon", sagte der bisherige Eigentümer Hermann Schöntag heute. Bislang sei es nicht gelungen, weitere Investoren zu finden, um die Kaufsumme von 3,7 Millionen Euro aufzubringen.

Schöntag, der auf der Insel Rügen die Kleinbahn "Rasender Roland" betreibt, hatte im Dezember den Zuschlag zur Übernahme der insolventen LGB erhalten. Er hat eigenen Angaben zufolge bereits 1,5 Millionen Euro in den Anschub und den laufenden Betrieb des angeschlagenen Modellbahnbauers gesteckt und fürchtet nun enorme Verluste. "Ich habe den Eindruck, dass die Banken nicht an die Firma LGB glauben", sagte Schöntag.

Die laufenden, positiven Gespräche mit möglichen Investoren würden vom "knappen Zeitfaktor" überlagert, fügte Schöntag hinzu. Trotzdem halte er es für möglich und wichtig, die Marke und die rund 130 Arbeitsplätze am Standort Nürnberg zu erhalten. Der Einstieg des britischen Investors Kingsbridge, dem bereits Märklin gehöre, sei aber "die denkbar schlechteste Lösung" für LGB, weil die Briten nur an der Marke LGB, nicht aber an dem Nürnberger Werk interessiert seien.

mik/dpa