Karstadt-Kapitalerhöhung Renitenter Aktionär ausgebootet
Essen - Der Widerspruch des Aktionärs Rainer Johannes gegen die Kapitalerhöhung der KarstadtQuelle AG wird vom Konzern nicht berücksichtigt. Johannes habe seinen Widerspruch nicht wie notwendig zur Niederschrift gegeben, sagte ein Konzern-Sprecher am Dienstag auf Anfrage in Essen. Eine entsprechende Erklärung des Notars der Hauptversammlung liege ihm vor.
Johannes selbst ist dagegen der Ansicht, der Kapitalerhöhung ordnungsgemäß widersprochen zu haben. "Ich habe dies mehrfach getan", sagte Johannes.
Nun muss der Essener Handelsriese noch eine Lösung für eine Reihe von Widerständen finden, die im Auftrag anderer Aktionäre vom Würzburger Verein zur Förderung der Aktionärsdemokratie (VFA) eingelegt wurden. Der VFA hatte aber bereits am Dienstag in einer Mitteilung betont: "Selbstverständlich sind weder der VFA noch die von ihm vertretenen Aktionäre daran interessiert, die Existenz von KarstadtQuelle zu gefährden".
"Wir werden Gespräche führen"
Howe hatte sich seinerseits optimistisch gezeigt, rechtzeitig eine Lösung zu finden: "Wir werden Gespräche mit den Aktionären führen, die Widersprüche eingelegt haben." Dafür hat der von der Insolvenz bedrohte Handelsriese bis Freitag Zeit.
Die Widersprüche sind aktienrechtlich zwar nicht direkt relevant. Wenn sie aber bis dahin nicht vom Tisch sind, wollen die Banken die Kapitalerhöhung platzen lassen. Dann würden die Institute ein erhebliches Risiko sehen, "anfechtungsinfizierte Aktien" zu platzieren, sagte Howe. Der Vollzug der Kapitalerhöhung um 500 Millionen Euro ist wegen des drastisch geschrumpften Eigenkapitals überlebenswichtig - und außerdem Voraussetzung für die unter dieser Bedingung zugesagte Verlängerung der Kreditlinien über 1,75 Milliarden Euro für drei Jahre.