Karstadt-Krise Achenbach droht der Blitz-Abgang
München/Essen - Sicher ist: Achenbachs Vertrag läuft im März 2006 aus. Eine zweite Amtszeit für ihn solle es nicht geben, berichtet nun die "Süddeutsche Zeitung" vorab. Sie beruft sich dabei auf informierte Kreise.
Schon morgen trifft sich der Ständige Ausschuss des Aufsichtsrats in Frankfurt. Laut "Süddeutsche" wird er auch über die Chef-Personalie beraten. Am Donnerstag solle es dann im Aufsichtsrat eine Abstimmung über den Vertrag geben. Die Mehrheit habe sich bereits gegen den Verbleib des 46-Jährigen an der Konzernspitze entschieden, schreibt die Zeitung.
Nachfolger soll demnach Harald Pinger werden, der erst im Herbst 2004 vom Industriegase-Hersteller Messer Griesheim zu KarstadtQuelle gewechselt war und dort das Finanzressort übernommen hatte. Ein Sprecher des Unternehmens wollte dem Blatt gegenüber die Information nicht kommentieren.
Eierhoff aus dem Rennen?
Bisher hatten KarstadtQuelle und Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff Gerüchten über Achenbachs schnellen Abgang immer widersprochen. Bis zuletzt ließen sie mitteilen, der Aufsichtsrat werde sich gar nicht mit dem Vertrag Achenbachs befassen.
Auch die Nachrichtenagentur Reuters aber meldet, das Gremium werde sich nun sehr wohl mit der Personalangelegenheit befassen. Sie beruft sich dabei auf namentlich nicht genannte Mitglieder des Aufsichtsrates. Ein Kontrolleur wird mit den Worten zitiert: "Die Vertragsverlängerung für Achenbach steht jetzt an." Zwar sei das Thema bislang nicht vorgesehen gewesen, "aber durch die öffentlichen Spekulationen wird es jetzt doch zwingend auf die Tagesordnung kommen."
In anderen Berichten, unter anderem im "Handelsblatt", war der Chef des Logistikunternehmens Thiel, Klaus Eierhoff, als möglicher Nachfolger gehandelt worden. Middelhoff und Eierhoff kennen sich aus ihren gemeinsamen Tagen beim Medienkonzern Bertelsmann. Ein möglicher Interimschef könnte laut Reuters Spekulationen auch der bisherige Warenhauschef Helmut Merkel werden.