Karstadt-Krise: Planspiele verunsichern die Belegschaft - DER SPIEGEL
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Karstadt-Krise Planspiele verunsichern die Belegschaft

Vor der entscheidenden Runde in den Verhandlungen zwischen Konzernspitze und Arbeitnehmern des angeschlagenen KarstadtQuelle-Konzerns sorgen immer neue Meldungen über die Anzahl der bedrohten Stellen für Unruhe. Hieß es gestern, die Konzernführung wolle möglicherweise auf Entlassungen verzichten, stehen heute wieder 3000 Stellen zur Disposition.
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Essen - "Der reine Personalabbau betrifft in den Verwaltungsbereichen maximal 3000 Menschen. Verkaufspersonal ist davon nicht betroffen, denn unseren Servicestandard wollen wir behalten", zitierte das Wirtschaftsmagazin "Capital" in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Bericht Warenhaus-Chef Helmut Merkel.

Für die 77 zum Verkauf stehenden kleinen Karstadt-Warenhäuser liegen nach Angaben Merkels bereits mehr als 100 Anfragen von Investoren vor. Mit drei potenziellen Interessenten werde bereits konkret verhandelt. Der Vorstand erwarte, bis Mitte 2005 einen Verkauf über die Bühne zu bringen", berichtete der Manager. Drei Gewerbe-Immobilien sollen bereits bis zum Jahresende abgegeben werden. "Das bringt einen dreistelligem Millionenbetrag", sagte Merkel.

Der zweitgrößte europäische Reisekonzern Thomas Cook befürchtet unterdessen negative Folgen der Karstadt-Krise für das eigene Geschäft. Denn der Touristikriese, der zu 50 Prozent im Karstadt-Besitz ist, betreibt in den 77 zum Verkauf stehenden Warenhäusern auch Reisebüros. `Wenn die Reisebüros darin nicht weiterbetrieben würden, würde uns das wehtun", sagte Thomas-Cook-Chef Wolfgang Beeser der "Financial Times Deutschland".

Ver.di fordert Hilfe der Banken

Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Ver.di, Margret Mönig-Raane, forderte unterdessen die Banken zur Hilfe auf. "Wir fordern, dass die Banken die Kreditlinien so verlängern, dass ein zukunftssicherndes Konzept greifen kann", sagte sie dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money". Jedes einzelne Warenhaus müsse unter die Lupe genommen und auf seine Möglichkeiten hin überprüft werden. "Nur mit dem Rotstift kommen wir langfristig nicht weiter", fügte sie hinzu.

Die Probleme mit den Banken scheinen indes lösbar. Nach Informationen aus Bankenkreisen wollen lediglich zwei der 16 Kredit gebenden Institute aussteigen. Beide Banken seien nur mit geringen Summen beteiligt, hieß es am Mittwoch in Bankenkreisen, die damit einen Bericht der "Welt" bestätigten. Die beiden Institute gehörten nicht zu den sieben Kernbanken und es werde sich sicher ein Weg gefunden werden, das Problem zu lösen, hieß es. Dem Bericht zufolge sollen die ausfallenden Kreditsummen auf die verbleibenden Banken verteilt werden.

Zugleich hieß es in den Kreisen auch, die Verhandlungen über eine Umwandlung kurzfristiger Kredite in einen Dreijahreskredit verliefen konstruktiv. Entscheidend sei nun eine Einigung mit den Arbeitnehmern auf deren Sanierungsbeitrag.